August

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"August" aus Israel fand ich eigentlich – eigentlich – auch ganz gut. In dem Film wechseln sich sehr lustige Spielszenen, in denen der Regisseur gleichzeitig sich, seine Frau und seinen Produzenten spielt (und das alles am Computer gezaubert!), ab mit Dokumentaraufnahmen aus Israel im August 2000, kurz bevor die Intifada begann. Erstens ist der August in Israel wohl unerträglich heiß (hat Gili auch gesagt) und zweitens lag zu der Zeit natürlich auch eine gewisse Spannung in der Luft. Jedenfalls waren die gefilmten Leute alle super-gereizt, und das Grund-Thema der Doku-Szenen war dann halt, dass die Leute alle misstrauisch waren und nicht gefilmt werden wolllten, ein paar Mal sogar handgreiflich wurden. Der Regisseur deutete das als Zeichen dafür, dass die Leute überreizt oder gar paranoid seien. Die eigentliche Spannung im Land drücke sich in dieser Agression der Kamera gegenüber aus. Naja. Ich fand, dass die Leute durchaus das Recht haben, zu sagen, wenn sie nicht gefilmt werden möchten, gerade bei politischen Demonstrationen usw. Er relativierte das dann auch und meinte, seiner Ansicht nach befürchteten die Leute in Israel, dass ihnen die Medien ihre eigene Deutung/Definition der "Wahrheit" wegnehmen würden, und deshalb seien so empfindlich auf Kameras. Damit kann ich schon eher was anfangen. Aber was hatten eigentlich nochmal die Spielszenen mit den Dokuszenen zu tun? Eigentlich nicht viel, aber sie lockern den Ernst der Lage doch erheblich auf – vielleicht ist das typisch für Israel?