Donnerstag

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Li YuLi Yu, die Regisseurin von Jin Nian Xia Tian, die stolz darauf ist, den ersten chinesischen Spielfilm über eine lesbische Liebesbeziehung gemacht zu haben. Mein persönlicher Bär (Wanderpokal) ist vorläufig vergeben an diesen prima Film. Mir haben nicht nur die Schauspielerinnen und die Geschichte gut gefallen, sondern vor allem auch die wunderbare Elefantin Sakuan und die vielen Kleinigkeiten, wie die beiden Gläser, die im Vordergrund anstoßen, als Xiaoqun mit ihrer Mutter im Restaurant sitzt und ihr von Xiaoling erzählt.

Li Yu war früher Nachrichtensprecherin bei CCTV, hat den Job aber aufgegeben, um Filme zu machen. Sie erzählte, dass sie das zwar nicht gelernt habe, es ihr aber leicht fiele – das kam mir auch so vor. Sie sprach darüber, dass jungen FilmemacherInnen oft vorgeworfen werde, sie würden ihre Filme nur für internationale Festivals machen, nicht für China, das stimme aber nicht, denn wenn die Filme gezeigt werden dürften, wären sie auch für das Publikum in China interessant. Ihr Film wurde nur einmal an einer Beijinger Universität gezeigt und kam sehr gut an, doch schon die zweite Aufführung wurde abgesagt. Ganz zum Schluss sagte sie, sie müsse nun wohl eine Selbstkritik schreiben und lachte ein bisschen.

Wie heißt nur die Moderatorin vom Panorama? Das wüsste ich inzwischen wirklich gerne – sie war heute wieder sehr gesprächig. Im Kurzfilmprogramm hat mir heute am besten Pyongyang Robogirl gefallen, von einem finnischen Regisseur mehr oder weniger heimlich gedrehte Verkehrsreglerinnen in Pyongyang, eigentlich ein Musikvideo. Golden Gate ist fast schon mehr Spiel- als Kurzfilm, sehr beeindruckend – wenn das jetzt auch nicht gerade viel erklärt.
Klaustrophobie war scheußlich, die Widmung für Klaus Kinski eher anmaßend. Schön nur die Antwort des Hauptdarstellers (dieser blonde Bub, Robert Stadlober) auf ein dummes Lob von Frau Erbswurst, wie toll sie es fände, dass er jetzt auch „Kurzfilme unterstützt“ – er unterstütze nicht Kurzfilme, sondern spiele da mit.