Kekexili: Mountain Patrol

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Kekexili kekexili liegt in der Grenzregion zwischen Tibet, Qinghai und Xinjiang. Der Film Kekexili: Mountain Patrol von Lu Chuan beschreibt die wahre Geschichte des Reporters Ga Yu aus Beijing, der über den Kampf der selbst organisierten Bergpatrouille gegen die Wilderer der seltenen Tibet-Gazelle schreibt und damit das Interesse Chinas an dieser abgelegenen Region weckt und mit dazu beiträgt, dass Kekexili heute Naturschutzgebiet geworden ist.

Der Film ist kein wirklicher Spielfilm, eher so etwas wie Reportageliteratur. Der Anführer der Bergpatrouille Ritai setzt alles ein, um die Wilderer einzuholen: die bereits gefangenen Helfershelfer der Wilderer werden mit guten Wünschen zum Überleben in der Wildnis ausgesetzt, weil Treibstoff und Proviant nicht ausreichen, um sie und den Lastwagen weiter mitzuschleppen. Wenn gar nichts anderes mehr hilft, weil z.B. einer der Männer einen Arzt braucht und bezahlen muss, werden in der Not auch mal ein paar Felle der Antilopen verkauft. Als ein Jeep liegenbleibt, wird auch die Besatzung zurückgelassen. Der, der sie retten soll, der auch vorher den Kollegen zum Arzt gebracht hatte, versinkt im Treibsand, der Anführer selbst wird von den Wilderern ermordet, die Wilderer entkommen. Immerhin hat es die Jeep-Besatzung bis zur Hauptstraße geschafft und wird gerettet. Die Handlung endet mit der Bestattung des Anführers. Der Abspann erzählt dann von den positiven Entwicklungen, die Kekexili seither erleben durfte. Gelobt wird die Politik der VR China, die inzwischen das Naturschutzgebiet eingerichtet und eine bezahlte Bergpatrouille eingesetzt hat, so dass die Gazellen sich wieder munter vermehrten. Auch wenn es keine „richtige“ Spielfilmhandlung war, ist das ein unglaublich beeindruckender Film, die Landschaftsbilder sind überwältigend und der Realismus der Handlung einigermaßen verstörend, vor allem weil nicht wirklich klar wird, wodurch diese äußerste Opferbereitschaft motiviert wird.

Um den positiven Abspann etwas zu relativieren: Der Regisseur berichtete, dass die Dreharbeiten nicht zuletzt deshalb gefährlich gewesen seien, weil immer noch Wilderer aktiv seien – sie hätten selbst über tausend tote Tiere gesehen. Mehr Links: Tibetan Plataeu Project über die Tibet-Gazelle und Shatoosh, www.kekexili.com auf chinesisch, die englische Version gibts hier.