Kan shang qu hen mei – Little Red Flowers

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Aus China ist dieses Jahr nicht besonders viel zu sehen, darunter Little Red Flowers, oder im Original 看上去很美. In der Beschreibung heißt es, es ginge um den rebellischen Geist des kleinen Jungen – da bin ich nicht so sicher, er entwickelt sich eigentlich doch eher zu einem fiesen Mistblag, das andere Kinder schikaniert, sobald er selbst nicht mehr der Ängstlichste von allen ist. Auch wenn ich insgesamt fand, dass der Film nicht so recht wusste, wo er hin will – wollte er überhaupt irgendwo hin? – war er doch ganz nett anzusehen.

Die Räumlichkeiten irgendwo in der Nähe des Pekinger Kaiserpalastes sind sehr schön, die Erziehungsmethoden wirken auf die mitteleuropäische Zuschauerin etwas erstaunlich. Die Erzieherinnen haben sehr feste Vorstellungen davon, was gute Gewohnheiten sind, der morgendliche Klogang gehört dazu: eine Reihe Jungs, eine Reihe Mädchen, die alle hintereinander über einer Längsrinne hocken. Lustig fand ich das Lied vom Anziehen (Knopf und Knopflöcher müssen zusammen passen, bei Socken ist rechts und links egal, Hauptsache die Ferse ist unten, rechten und linken Schuh deutlich unterscheiden…) und auch die Aktion Lehrerin Li als Monster überwältigen zu wollen, hatte was. Dass es kein rechtes Ende gab, kann aber durchaus daran gelegen haben, dass der Regisseur nur ein Drittel eines Buches verfilmt hat. Ob er eine Trilogie vorhat?

Abschließend waren der Regisseur und die Kinder auf der Bühne, die für die Dreharbeiten schulfrei bekommen hatten. Auf die Frage, ob das denn wie Ferien gewesen sei, sagt der Junge „Nein, wie Arbeit“, das Mädchen „Ja, wie Ferien“, daraufhin der Junge „Ich musste ja auch viel mehr machen als du“.