Schiffe aus Wassermelonen

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Eigentlich war WM Viertelfinale Brasilien-Frankreich, und im FSK-Kino außer uns niemand, der den Film sehen wollte – ich glaube, auch keinen anderen. Sie haben uns Schiffe aus Wassermelonen aber trotzdem gezeigt: 

Recep ist Wassermelonenverkäufergehilfe, Mehmet Friseurlehrling, beide träumen vom Kino und versuchen, mit Abfall-Filmschipseln, die sie im Kino geschenkt bekommen, selber ein Filmvorführgerät zu bauen. Recep verliebt sich in die ältere Nihal, deren jüngere Schwester in Recep. Auf der Verleihwebsite steht:"Ahmet Uluçay fängt in seinem Spielfilmdebüt die Magie des Kinos ebenso ein, wie die Unschuld der Liebe und einer Tragikomik, die man nur in den Verwirrungen des Erwachsenwerdens so erlebt."

Ich weiß ja nicht so recht. Es gab zwar sehr schöne Szenen, die auch ausreichend fremd wirkten, um dieses Kino-Andere-Welt-Gefühl zu haben: der freundliche Wassermelonenverkäufer, der seinen Gehilfen zum Verwandten erklärt. Oder der böse Friseur, der Mehmet zwingt, seinem Freund die schönen Haare ganz kurz zu schneiden, so dass der sich gar nicht mehr hübsch findet. Trotzdem war mir vieles einfach zu meta. Manche Einstellungen waren so sehr "jetzt kommt eine total bedeutsame Einstellung", dass mir schien, der Regisseur nimmt die Bilder viel wichtiger als seine Geschichte. Andererseits kann das natürlich auch daran gelegen haben, dass die Geschichte – älteres Mädchen interessiert sich eigentlich nicht, heimlich zwar doch ein wenig für kleinen Jungen, aber es wird dann auch nichts mehr draus – einfach doch nicht so ergiebig war.