Berlinaleblog

68. Berlinale, 15.-25. Februar 2018

Princesas

Die Prinzessinen aus dem Titel von Princesas sind die Prostituierten Caye und Zulema. Sie sind außerdem Nachbarinnen, zu Beginn so etwas wie Konkurrentinnen und werden im Film zu Freundinnen. Caye kommt aus einer "ganz normalen Familie", die von ihrer Arbeit nichts weiß, Zulema aus der Dominikanischen Republik, wo sie ihren kleinen Sohn zurücklassen musste. Caye erzählt Zulema von den Prinzessinen, die so sensibel sind, dass sie die Erdrotation spüren und aus Heimweh sterben können. Barbara fand den Film irgendwie zu harmlos und märchenhaft, aber eigentlich stimmt das nicht – mir hat gerade das gut gefallen: dass der Film es schafft, Freundschaft zwischen den Frauen und eine gewisse Normalität zu zeigen, gleichzeitig aber auch den Rassismus untereinander, die Abhängigkeit Zulemas von dem Widerling, der sie misshandelt, ihr aber Papiere verspricht, die Unmöglichkeit für Caye, eine ganz normale Beziehung zu dem jungen IT-Spezialisten zu haben oder den körperlichen Verfall von "Miss Metadona". Außerdem sind die beiden Prinzessinnen einfach sehr schön anzusehen.

Die Musik von Manu Chao hat einen Goya für den besten Filmsong bekommen.

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