Perspektive Deutsches Kino

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Drei Kurzfilme in der Perspektive Deutsches Kino: Aschermittwoch, Zirkus is nich und Memoryeffekt.

Aschermittwoch und Memoryeffekt sind Spielfilme, beide sehr gut gemacht, mit durchdachter und überraschender Geschichte und spannend anzusehen.

Richtig schlecht fand ich Zirkus is nich. Einerseits reißt Dominik, der achtjährige Protagonist des Dokumentarfilms ganz schön was raus – es ist allemal interessant ihm zuzusehen. Andererseits finde ich die Regisseurin mit ihren eklig aufdringlichen Fragen aus dem Off unglaublich unsympathisch. Wie sie die alleinerziehende Mutter, die offensichtlich findet, dass ihr Leben gewissermaßen gelaufen ist, nach ihren nächsten Zukunftsplänen fragt, ist furchtbar. Sie hat keine Ahnung von Fragetechnik und stellt fast nur geschlossene Fragen, die Dominik zuerst meist mit ja oder nein beantworten kann. Dann hält sie die Kamera drauf, bis doch noch etwas kommt. Ihre letzte Frage an Dominik: "Was gibt dir jeden Tag die Kraft aufzustehen?" ist so ein abscheuliches Klischee, dass es mir fast peinlich war, das in einer öffentlichen Vorführung ansehen zu müssen.