Berlinaleblog

68. Berlinale, 15.-25. Februar 2018

Erholungsfilm

Megane ist 100 Minuten pure Erholung. Die Bewohner der kleinen japanischen Insel pflegen eine ernsthafte Tätigkeit namens "Zwielichten" – dasitzen und zufrieden die Welt an sich vorbeiziehen lassen. Die energische Professorin Taeko, die dort in der Nebensaison ankommt, kann das anfangs noch nicht so gut. Die hochgedrehte Berlinale-Besucherin auch nicht. Da muss man schon einige Zeit für üben, bis man endlich so weit ist, dass man auch die etwas peinlichen Gesundheitsübungen am Strand mitmacht, und nicht ständig nach Sehenswürdigkeiten (der Insel) und inhaltsschweren, aufregenden Szenen (des Films) sucht. Dabei helfen vor allem Eis, das mittels einer altertümlichen Maschine von einem Eisblock abgeschabt und mit Bohnenpaste verzehrt wird, sowie andere Leckereien. Es gibt eine Hummer-Szene, die beim Drehen bestimmt viel Spaß gemacht hat. Außerdem eine hübsche Lehrerin, die diese seltsamen, charmanten Oh-Geräusche macht, die Japaner in Filmen immer machen. Wer als Zuschauerin im Lauf des Films das "Zwielichten" lernt, verlässt das Kino gut gelaunt und entspannt.

2 Kommentare

  1. Lustig – ob es daran lag, dass ich schon eine Woche Urlaub habe? Ich fand den Film von Anfang an einfach nur sehr wunderbar, habe keinen Moment auf mehr Handlung gewartet, sondern mich am Gesicht von Frau Sakura gefreut, wenn sie Guten Morgen wünschte, die kleinen Bosheiten von Frau Haruna genossen, der Entwicklung von Frau Taeko zugesehen. Und ganz besonders gut hat mir gefallen, dass einfach alle relevanten Personen Brillenträger/-innen sind.
    Der Film hat übrigens den Manfred-Salzgeber-Preis gewonnen – das berichtete die Regisseurin vor Beginn. Den schweren Namen des Preises hatte sie sich in die Hand geschrieben. Sehr bezaubernd!

  2. Ulla

    Ja, je länger die Berlinale fortschreitet, umso deutlicher merke ich, dass mir Megane wirklich gut gefallen hat – und in Erinnerung geblieben ist.