Berlinaleblog

68. Berlinale, 15.-25. Februar 2018

nochmal kurz zur kuh – einfach weils so schön war!

wie schön hat stefan die königinnen im kampf beschrieben, und nachdem micha die kühe dann auch noch so mochte, habe ich mich spontan – aufgrund der absage meiner begleitung – entschieden, auf submarine zu verzichten, und stattdessen eine große sympathie für schwarz-weiß-gefilmte, kämpfende kühe zu entwickeln! es war kraftstrotzende, liebenswerte, lustige und sehr kurzweilige unterhaltung, die mir sehr gut getan hat! die slow-motion-aufnahmen im spritzenden sand, mit mückenflügelschlag in zeitlupe, fliegender kuhspucke und großen, großen kuhaugen waren am ende die absolute krönung der königinnen… ich hatte wirklich nicht das gefühl, was ich befürchtete, daß die tiere sehr gequält werden, schließlich tun sie das ja eben freiwillig auf der weide auch, und schön fand ich die in der q&a hinzugefügte info, daß die kuh mit der nummer 40 noch einmal hätte antreten dürfen, um weiter zu kämpfen, da sie aber schon so müde und erschöpft war, entschied sich der züchter, sie sehr überzeugt für ihren 3.platz zu loben… verlieren sei für eine kuh psychisch sehr ungünstig, erklärt uns der cutter, der selbst große angst vor tieren hat und im interview kurzerhand im kleinen rollenspiel hand-hörner aufsetzt und sich gespielt vom kameramann filmen läßt, damit wir einen eindruck von der distanz oder eben nicht-distanz zu den tieren erhalten…

toll ist doch auch die szene, in der der kuh über die absperrung springt!! und die gemalten kuh-kinderbilder – hach, großartig, hätte ich auch gerne mehr gesehen, da hat stephan ganz recht! ob es nun unseren radioreporter beim pinkeln dringend gebraucht hätte weiß ich nicht, aber immerhin war es ein freund des regisseurs, und somit ist es ihm ja sehr zu gönnen, daß er dem spektakel hat beiwohnen dürfen!

am rührendsten waren tatsächlich die bilder, in denen die züchter – auch unsere von den motorradjungs begehrte junge züchterin deborah (oder war das name der kuh? ich hätte mir diese gern gemerkt, hat jemand den namen der kuh behalten?)  – ihre kühe für ihren tollen kampf loben und ihnen den kopf tätscheln, man könnte meinen, es handle sich um geliebte haustiere, vielleicht sollte man sich eine kuh halten?…. nein, meine stubenlöwen protestieren im hintergrund – man sollte nicht! aber es ist schön zu sehen, daß die kühe regelrechte charaktere sind, der cutter konnte zum ende des drehs die erschöpfung in den kuhaugen erkennen und war selbst ganz beglückt darüber!

super film, prima q&a, großartig! 

ps: ich hab mich auch über den gotthard-tunnel in kandersteg (autozug ins wallis) gefreut, denn ich war da ganz ganz oft in meiner kindheit, wir haben auch oft ticktack´s gemampft oder uns schokolade unter die nase gehalten (zum leidwesen unserer eltern macht schmilzende schokolade schöne flecken im auto…), da es im tunnel so stinkt…

2 Kommentare

  1. Die Kuh, die Dritte wurde, heißt Dominga, die von Deborah heißt Melancholie, die Nummer 58 weiß ich nicht.

  2. Jo

    hervorragend, so wars, ich danke!