Jayne Mansfield’s Car

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Zum Schluss noch ein zweiter Wettbewerbsfilm – er hat keinen Preis bekommen, dafür aber der fürchterliche Tabu, dessen Regisseur genauso eitel und verkopft wirkt, wie sein Werk. Also echt, solche Kunst-Kunst ist an mich völlig verloren.

Dass Jayne Mansfield’s Car dagegen wenig Aufmerksamkeit bekam, liegt laut Berliner Zeitung daran, dass a) amerikanische Filme wenig und b) lustige Filme keine Chance auf einen Preis im Berlinale-Wettbewerb haben. Trotzdem wird er natürlich mehr Geld machen und mehr Zuschauer kriegen als die preisgekrönten Filme, insofern ist das dann auch wieder gerecht.

Am Film selbst liegt es nicht, mir hat er gut gefallen. Es ist kein Feelgood-Movie, dafür sind die Personen zu bitter und dafür geht am Schluss der Kriegs-Wahnsinn grad weiter. Er ist nicht halb so lustig wie ich dachte, aber durchaus lustig genug. Er hat zwar das altbekannte Südstaaten-Setting, wirkt sehr glatt und featured einige Weltstars, aber für Mainstreamkino kommen viel zu abgefahrene Dinge darin vor – z.B. der onanierende Kriegsheld, der sich einen runterholt während seine englische Halbschwester nackig tanzt und dabei mit britischem Akzent eine Kriegsballade rezitiert. Das ist schon lustig, aber auch sehr strange und außerdem sieht man dabei echte Nippel – sowas hat ja das amerikanische Mainstreamkino schon lange in die Subversion abgeschoben. Und manches ist so schmerzhaft, dass es echt die künstlichen Tränen überflüssig macht, mit denen ich seit Anfang der Woche die trockene Kinoluft bekämpfe.

Und Billy Bob Thornton spielt großartig – Punkt. Doch, das war ein toller Film über die Spätfolgen des Krieges. (Auch sehr lehrreich in Verbindung mit "Mad men"!)