Berlinaleblog

68. Berlinale, 15.-25. Februar 2018

Bibi und Tina im Zoopalast

Vorab: Meine Idee war das nicht. Die achtjährige Nichte wollte unbedingt Bibi und Tina – voll verhext sehen – ich hatte Paddington vorgeschlagen, aber sie wollte viel lieber was mit Mädchen und Pferden. Ich war ja schon verblüfft, dass sie überhaupt mit der allergrößten Selbstverständlichkeit den Satz sagte: „Ich will den neuen Bibi-und-Tina-Film sehen“. Wieso wusste sie überhaupt, dass der gerade angelaufen war? Nee, eigentlich wollte ich da nicht rein. Andererseits führte Detlev Buck Regie, vielleicht hatte der ja was für Erwachsene eingebaut, damit es doch Spaß macht.

Hat er, jedenfalls ein bisschen. Dass die Kommissarin aussieht, wie Uma Thurman in Kill Bill, ist lustig, auch dass es ausschließlich Polizistinnen gibt.

Die Geschichte ist: im Schloss wird eingebrochen und alle wertvollen Gemälde geklaut. Der Graf (eine unangenehm trottelige Grafkarikatur) ist verzweifelt. Nebenan auf dem Reiterhof stimmen ebenfalls die Finanzen nicht, weil der neue Traktor so teuer war und keine Ferienkinder kommen. Bibi (keine Ahnung, warum die da wohnt – egal) und Tina, (vielleicht die Tochter der Bäuerin?) verteilen Flyer um Werbung für Reiterferien zu machen – unter anderem an eine seltsame Familie Schmüll, die in einem Wohnwagen hinter einem unvermittelt neben einem Briefkasten herumstehenden Tor wohnt. Fünf Kinder ohne Eltern. Als Bibi klopft, öffnet der schwarzlockige Tarek, den Bibi sofort sehr süß findet. Sehr schnell wird klar, dass die beiden ältesten Jungs an dem Einbruch im Schloss beteiligt waren. Der Oberböse – mit dem großartigen norddeutschen Akzent – verlangt, dass sie jetzt auch noch ein tolles Pferd aus dem gräflichen Stall klauen – dafür müssen sie natürlich zuerst mal reiten lernen…

Pluspunkte: die Kommissarin, die Sprache des Oberbösen, das Wohnambiente der Familie Schmüll, die Kostüme beim Kostümfest.
Punktabzug gibt’s für: mit wehenden Haaren durch die Landschaft galoppieren, die Farbcodierung der Mädchen: Bibi immer rot, Tina immer blau, die doof gereimten Hexensprüche, die Musik- und Gesangseinlagen, besonders die der Mädchen.

Ich glaube, ich war nicht so die richtige Zielgruppe, aber wenn es der Nichte gefallen hat, ist das doch die Hauptsache – und das hat es: sie hat noch auf dem Heimweg was mit 98% gesungen (das Lied der Kommissarin, die 98% sind ihre Aufklärungsquote).

Ganz viele Pluspunkte bekommt der Zoopalast, in dem auch ein Saal mit der Nummer 5 echt was hermacht.

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