La Sirène de Faso Fani

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Verändern Filmemacher die Welt? In La sirène de Faso Fani sieht es so aus: Regisseur Michel Zongo ist nicht nur in Kougoudou aufgewachsen und hat die Blütezeit der größten Textilfabrik des Landes Faso Fani selbst miterlebt. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat er im Verlauf seiner Arbeit am Film angeregt, die Frauen, die in ihren Höfen weben, mit der Expertise der ehemaligen Fabrikarbeiter zusammen zu bringen und eine Kooperative zu gründen.

Mit alten Film- und Radioaufnahmen dokumentiert er die glorreiche Geschichte der Fabrik, deren qualitativ hochwertige Textilien sehr beliebt waren und sogar in die Nachbarländer exportiert wurden, aber auch ihren Niedergang. Die Umstrukturierungsmaßnahmen, die von Weltbank und IWF durchgesetzt wurden, zwangen das Land alle staatlichen Fabriken zu privatisieren, das Management wurde gewechselt „wie die Hemden“, wie ein alter Arbeiter erzählt. Vorschläge von Gewerkschaften und Belegschaft wurden missachtet, die Fabrik musste schließen. Die ehemals privilegierten Arbeiter zogen weg oder schlagen sich so durch. Viele haben bleibende gesundheitliche Schäden von der Arbeit in der Färberei.

Jetzt weben die Frauen (und auch ein Mann) schmale Stoffe, die für traditionelle Feierlichkeiten gebraucht werden – schade, dass nie zu sehen ist, wie sie getragen werden. Es ist ein schönes Handwerk, dass da gezeigt wird, bis auf das Färben. Das sieht – zumindest im Film – genauso ungesund aus, wie es in der alten Fabrik war. Und das hätte ich, wenn es mir rechtzeitig eingefallen wäre auch gerne gefragt: was für Farben verwendet werden, und ob die Situation an dieser Stelle irgendwie besser ist, als früher.

Die Kooperative hat eine Website, die ich leider nicht gefunden habe, und wenn da zwanzig Webstühle mit bunten Stoffen unter den Bäumen stehen und Frauen in harmonischem Rhythmus die Fäden festschlagen, sieht das auf jeden Fall nach einem kleinen wirtschaftlichen Aufschwung aus.