Berlinaleblog

68. Berlinale, 15.-25. Februar 2018

The Music of Strangers – ein emotionales Fest der Musik

Yo-Yo Ma und sein Silk Road Ensemble hat der Filmemacher Morgan Neville portraitiert, von seinem Entstehen vor 15 Jahren bis heute. Morgan Neville gewann 2014 einen Oscar für „Twenty Feet from Stardom“ – den Film sollte ich als Chorsängerin sicher auch mal gucken… all das war aber erstmal noch kein Grund, den Film bei der Berlinale zu schauen. Er kommt garantiert ins Kino und bei der Filmographie seines Machers ist sicher auch kein völlig abseitiges Produkt zu erwarten. Aber das Silk Road Ensemble ist uns schon lange eine Herzens-Angelegenheit und die Aussicht auf die Friedrichstadtpalast-Leinwand war auch nicht zu verachten.

So haben wir einen ganz besonderen Abend erleben dürfen: dass es die Weltpremiere werden würde, hatte ich den Ankündigungen nicht entnommen. Und nach dem absolut sehenswerten Film – im Berlinale-Katalog und den Film-Stills ist er zutreffend umrissen – stand dann plötzlich ein Dudelsack-Ton im Raum und die zutiefst beeindruckende Cristina Pato begann zu spielen… ein sehr emotionaler Moment. Dann schraubte sich noch eine Klarinette ins Ohr: auch Kinan Azmeh war anwesend! Und im Hintergrund auf der dunklen Bühne stellten leiseleise Helferlein Stühle, ein Teppichpodium, Notenständer auf. Es trat dann zwar nicht auch noch Yo-Yo Ma auf, aber der wunderbare Kamantcha(Stachelgeige)-Spieler Kayhan Kalhor und ein wohl recht kurzfristig zustande gekommenes Ensemble aus einem Kontrabassisten der Komischen Oper, vier Streichern eines Syria-Expad-Orchester und ein polnischer Perkussionist, dessen Name ich leider vergessen habe. Wir bekamen die im Film schon beeindruckende Emotionalität der Silk-Road-Musiker und ihre Fähigkeit zum musikalischen Netzwerken unmittelbar zu spüren und ein tosender Saal machte den Abend zu einer begeisternden Premiere und einem richtigen Fest – so darf Berlinale sein!

2 Kommentare

  1. micha

    Wow, um das Erlebnis beneide ich dich ein bisschen.

  2. Es war für mich der bisher schönste Film auf einer wahnsinnig großen Leinwand. Doch als am Schluß des Films die Musiker“ lebendig“ wurden, war die Begeisterung im Saal unglaublich…