Berlinaleblog

67. Berlinale, 9.-19. Februar 2017

Hao ji le – Have a Nice Day

Hao ji le ist eigentlich ein Superlativ, sowas wie „supergeil“. Klar, dass das ironisch gemeint ist. Wer Comics mag und Hongkong-Triaden-Filme, mag vielleicht auch diesen Animationsfilm von Liu Jian. Alle sind hinter einer Tasche mit einer Million Yuan her. Xiao Zhang hat sie geklaut, weil die Schönheitsoperation seiner Verlobten daneben gegangen ist, und das in Korea angeblich besser gemacht wird – aber auch etwas teurer ist.  

Der Besitzer des Geldes ist ein Mafiaboss und eigentlich gerade mit der Beseitigung seines Kunstmalerfreunds beschäftigt ist, der mit seiner Frau rumgemacht hat. Jetzt setzt er einen gefährlichen Killer auf den Dieb an. Außerdem sind eine Nudelbudenwirtin, ihr Kompagnon, der Erfinder von Hightech-Gadgets, die blauhaarige Cousine der Verlobten und ihr eher dümmlicher langhaariger Motorradfahrerfreund hinter der Kohle her. Es werden banale Zitate Bill Gates oder Steve Jobs zugeschrieben, und Freiheit ist die dreistufige Freiheit des unbeschwerten Einkaufens auf dem Markt, im Supermarkt oder Online. Außerdem geht es um Kunst, Smartphones, Internet, Auslandsstudium für die Kinder, völlig areligiöse Religion („Wer ist größer: Gott oder Buddha? Ich glaube an den, der größer ist“). Böse. Die Häuser, Baustellen und Industriegebiete sind grau, Neonleuchtschrift, Computer- und Smartphone-Displays flackern knallig-bunt, aber Liu Jian hat auch sozialistische Propagandaillustration drauf – sehr schön die große Brücke von Nanjing und ein kitschig-bebilderter Song. Das gefällt mir gut. Ach  ja, und wie steht es immer so schön auf Plakaten neben der Autobahn: Rasen tötet.

Ach ja, und dann gab es im Abspann noch einen Popsong auf die 80er Jahre: glückliche 80er, junge 80er, freie 80er, usw.

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