Berlinaleblog

68. Berlinale, 15.-25. Februar 2018

High Fantasy

Vier junge Menschen machen einen Campingausflug, drei Frauen, ein Mann, drei schwarz, eine weiß. Ziel des Ausflugs ist eine Farm, das heißt, das riesige Land drum herum, das Lexis Familie gehört. Aber wem gehört das Land, wem sollte es gehören?

Happy Fantasy ist von Jenna Bass. Die vier streiten sich, mal ist es ein Konflikt zwischen schwarz und weiß, mal zwischen Frauen und Mann. Dann wieder haben sie Spaß miteinander, jede*r  performt etwas, Thami rapt, Xoli tanzt traditionell, Lexi spricht ein Gedicht in einer Sprache mit vielen Schnalzlauten, was Tatjana macht, habe ich vergessen. Und weil sie moderne junge Leute sind, dokumentieren sie alles mit ihren Smartphones.

Dazwischen geschnitten sind Interviewsequenzen, in denen die vier einzeln vor einer weißen Wand über das Ereignis befragt werden, von dem am Anfang noch gar nicht klar ist, was es ist.

Am nächsten Morgen wachen sie in vertauschten Körpern auf, was für alle traumatisch ist. Die Konflikte, die vorher eher harmloses Geplänkel sind, verschärfen sich, und auch nachdem sie am nächsten Tag zurückverwandelt wurden, ist nicht alles wieder gut. „Walking in someone else’s shoes“ löst hier überhaupt keine Probleme.

Die Q&A ist wieder sehr spannend. Jenna Bass erklärt, wie sie ein politisches Thema mit dem Body-Swapping-Motiv zusammengebracht hat. In Südafrika ist eben nicht alles in Ordnung, „Rainbow Nation“ ist überhaupt nicht Realität, deshalb geht es gar nicht, dass sich am Ende einfach alle wieder lieb haben. Der gesamte Film wurde mit zwei iPhones gefilmt, die aber nicht lange durchhielten, weil es viel zu heiß war. Eines musste also immer in einer Kühltasche abgekühlt und aufgeladen werden, während mit dem zweiten gefilmt wurde.

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