Berlinaleblog

68. Berlinale, 15.-25. Februar 2018

Yocho (Foreboding)

Am Anfang war ein Gefühl von Vorahnung, sagt Etsuko zu Beginn von Yocho (Foreboding) von Kiyoshi Kurosawa aus dem Off. Ihr Mann benimmt sich seltsam, seine Hand tut weh, er lässt einen Teller fallen. Bei der Arbeit in der Fabrik gibt es einen Vorgesetzten, der auch ständig Dinge fallen lässt… (leichte Spoiler nach dem Klick)

Es stellt sich schnell heraus, dass der seltsame Dr. Makabe ein Alien in Menschengestalt ist, der vor der großen Invasion die Ideen der Menschen sammelt: Familie, Stolz, Todesangst. Etsukos Mann wurde dabei ungewollt zum Guide, der die Opfer des Alien auswählt. Blöd nur, dass der diese Ideen stiehlt, und die Betroffenen dann plötzlich ohne dastehen. Ha, denkt sich die Zuschauerin, da muss er doch nur mal die Liebe erwischen, dann gibt es ein gutes Ende.

Wer aber vor zwei Jahren Kurosawas Creepy gesehen hat, weiß sofort, dass das zu harmlos wäre. Die ausgesprochen unbedarft wirkende Etsuko nimmt also entschlossen den Kampf gegen Dr. Makabe auf und zeigt dabei ungeahnte Fähigkeiten. Am Ende kann sie aber doch nur aus dem Off kommentieren: „Und so begann die Invasion…“. Mal sehen, ob es auf der nächsten oder übernächsten Berlinale weitergeht.

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