Berlinaleblog

69. Berlinale, 7.-17. Februar 2019

Berlinfilm: Cleo

Kino 1 im Zoopalast ist trotz BVG-Streik brechend voll – hauptsächlich Kids, denn Cleo von Erik Schmitt läuft in Generation K+. Berlin spielt darin die Hauptrolle. Das behauptet zumindest ganz bescheiden Marleen Lohse, die dann wohl die wunderbare zweite Hauptrolle hat. Cleo hat bei der Geburt die Mutter verloren, da wäre eine Zauberuhr, mit der man die Zeit zurückdrehen kann, total praktisch. Eine solche Uhr soll im bis heute niemals gefundenen Schatz der Sass-Brüder versteckt sein, die in den 20er Jahren bekannte Geldschrankknacker waren. Der erste Versuch, den Schatz zu suchen, endet in einer Katastrophe.

Viel später, als sie schon erwachsen – und wegen der Traumata ihrer Kindheit sehr verschlossen – ist, begegnet Cleo Paul. Der hat eine Karte von einer alten Dame im Internet gekauft, die zu dem Schatz führen soll. Zuerst wird die Echtheit der Karte von der Nachbarin zertifiziert, dann machen die beiden sich dran, sie zu entschlüsseln. Cleo sieht Personen aus der Geschichte Berlins, die manchmal sehr hilfsbereit sind. Sie tun sich außerdem mit der modernen Variante der Sass-Brüder zusammen, Günni (Holzbein wegen Explosion, kann mit Schneidbrenner umgehen) und Zille (ziemlich stulle wegen Explosion, immer noch von Sprengungen aller Art begeistert)…

Prima Figuren, die visuellen Ideen sind ganz wunderbar, alle historischen Begebenheiten anständig recherchiert. Von der Nazi-Universität unter dem Teufelsberg hatte ich vorher noch nie gehört, aber auch das stimmt natürlich (nachzulesen z.B. hier). Nach dem Film hätten wir dann gerne ein Daffke getrunken. Ach ja: und dass der Historiker am Ende wieder auftaucht, ist auch sehr schön.

Filmteam

Kleines Filmteam vor großem goldenem Zoopalastvorhang

Kommentare sind geschlossen.