Berlinaleblog

71. Berlinale für uns vielleicht im Juni

The Earth is Blue as an Orange

The Earth is Blue as an Orange ist ein Film im Film. Regisseurin Iryna Tsilyk hat die Familie im Film ungefähr ein Jahr lang begleitet. Sie hat die beiden großen Mädchen in einem Film-Camp für Jugendliche kennengelernt. Die haben dort ihre Liebe zum Kino entdeckt. Sie beschließen einen Dokumentarfilm über ihre Familie im Krieg in der Donbas-Region der Ukraine zu machen. Die ganze Familie macht dabei mit: die Mutter baut Beleuchtung, alle diskutieren das Skript und immer wieder wird gefilmt – mit Klappe. In den meisten Einstellungen laufen Katzen durchs Bild. Am Anfang wirkt das wie ein lustiger Zufall, bis man merkt, dass es im Haus ziemlich viele gibt. Die Schildkröte darf manchmal im Bad im Waschbecken baden.

Es fallen sehr kluge Sätze über Krieg. Krieg ist Leere. Und: irgendwer muss ja dableiben und alles wieder aufbauen. Die meiste Zeit vergesse ich, dass der Film, den ich sehe, nicht der ist, der da auf der Leinwand entsteht. Als der äußere Film mit der Vorführung des Familienfilms in der Musikschule des Orts endet, fällt es mir wieder auf. Ein sehr guter Schluss.

Leider haben wir es in der Q&A verpasst, nach der Bedeutung des Titels zu fragen.