Heroji radničke klase – Working Class Heroes

In der Eingansszene von Working Class Heroes von Miloš Pušić hält ein Auto auf einem unbefestigten Weg, wir sehen von hinten unten die Tür aufgehen, und ein paar Frauenbeine in blauen Pumps treten in den Matsch. Eine Frau flucht kurz und wechselt in Leopardenmuster-Gummistiefel mit Absätzen. Die Pumps fliegen ins Auto, die Frau in Gummistiefeln macht sich an die Arbeit. Damit ist schon klar, dass wir es mit keiner zimperlichen Person zu tun haben. Zuerst wirft sie eine Familie mithilfe zweier brutaler Kerle aus der Wohnung, dann sieht man sie mit ihrem Chef ein junges schwangeres Paar betrügen.

Das Projekt, um das es hauptsächlich geht, ist eine große Bauruine, die die dubiose Immobilienfirma angeblich fertigbauen will, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Das haben Lidija und ihr Boss aber gar nicht vor. Eine traurige Truppe illegaler Bauarbeiter soll Bautätigkeit simulieren, damit im Beisein des Fernsehens der Bischof die Baustelle segnet (für 100 m Straße zu seiner Kirche macht er das gern), und ein ausländischer Investor in das Projekt einsteigt.

Die „Bauarbeiter“ hausen auf der Baustelle. Sie bekommen Bauhelme und Blaumänner, um echt auszusehen, und müssen die überwucherte Betonruine vorzeigbar machen. Vorarbeiter Braca steht voll und ganz auf Seiten der Chefin, der „Professor“ versucht, sich für die Gruppe einzusetzen und ihren Lohn durchzusetzen. Ein hübscher junger Mann, der von den anderen nur „Kleiner“ genannt wird, lernt ein Mädchen kennen, und will mit ihr ans Meer fahren.

Es gibt fingierte und echte Unfälle, es geht um Ausbeutung und Korruption, und darum, wie viel sich Leute gefallen lassen, bevor sie sich wehren. Und darum, wie weit eine bereit ist, ein böses Spiel mitzuspielen.

Das Ende ist drastisch, aber ich bin nicht sicher, ob eine schon die Seiten gewechselt hat, nur weil sie viel zu spät einen – wenn auch spektakulären – Schlussstrich zieht.