Monster Hunt 2 – globalisiertes Unterhaltungskino

… und „what comes after Walt Disney“. Es beginnt mit einer bollywoodesken Massen-Tanz-Szene und dieser Schwung, Dynamik, Tempo verlassen den Film bis zum Ende nicht. Immer mit einem komödiantischen Unterton im Stile von Shrek werden Personen- und aminimiertes Kino mit einem Feuerwerk aus Spezial-Effekten à la Monster AG, mit Plastic-Fantastic-Kino-Bauten (Wizard of OZ lässt grüßen) und aufwändigen Martial-Arts-Inszenierungen kombiniert:

Man nehme von jedem Unterhaltungs-Genre rund um die Welt eine kräftige Portion der zentralen Ingredienzien und lade sie mit ordentlich Animation auf – dann hat mans …

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Al Gami’ya – ein feministischer Blick in eine patriarchale Gesellschaft

 

Der Regisseurin Reem Saleh ist ein anrührender Einblick in fremde Frauen-Leben in einem patriarchalen Kontext gelungen und die Dokumentation von Lebenswegen ohne einen regelnden Staat. Sie kommentiert durch ihren feministischen Blick, ihre Parteilichkeit, ihr Mitgefühl.

Im lauten, dreckigen, verfallenen Kairoer Stadtteil Rod el Faraq – dem Heimatviertel ihrer Mutter in Kairo und nicht einem der ärmsten, wie sie im Filmgespräch kommentiert – begleitet sie vor allem die Frauen.

Sie sorgen für Essen, Wohnung, Kranken-Pflege und meistenteils auch das Einkommen. Sie haben die Verantwortung für die Kinder, sie handeln aus, streiten und vertragen sich. Sie versorgen, lieben, stützen und verlassen ihre Männer – und werden von ihnen zurückgeliebt, aber auch schlecht behandelt und verlassen.

Und Scheidungen scheinen von beiden Seiten auszugehen und initiiert werden zu können. Hätten wir das mit Ägypten assoziiert? Eine der Protagonistinnen heiratet den Vater ihrer Kinder dreimal…
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Berlinale – das ist die Zeit der nicht gesehenen Filme

Die Gründe sind in jedem Jahr vielfältig. Anfangs geht es damit los, dass ein unerfindliches Karten-Management selbst den riesigen Friedrichstadtpalast innerhalb von kürzester Zeit ausverkauft sein lässt. Dann scheint auch eine erkleckliche Anzahl an Berlinale-Besucher*innen vor allem am ersten Wochenende unterwegs zu sein. Und es gibt auch noch das Problem mit den Überschneidungen oder nicht ausgesuchter Alternativen. Ab dem dritten Verkaufstag wird es dann deutlich leichter, die Wunschfilme zu bekommen.

Und so werden die nicht gesehenen Filme in diesem Jahr…
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Einblicke in einen verschlossenen Lebensraum

Menashe ist der vermutlich erste Film, in dem nahezu durchgängig jiddisch gesprochen wird, laut Auskunft des Regisseurs Joshua Z Weinstein. Wir schauen dem Leben von Menashe Lustig in Borough Park (New York) zu: einem ultraorthodoxen Juden, Witwer und Vater eines etwa 10-jährigen Sohnes, das verläuft als sei es einem Woody-Allen-Film entsprungen. Er widersetzt sich den Versuchen, ihn möglichst umgehend wieder zu verheiraten und möchte seinen Sohn allein erziehen, was ihm ebenfalls nicht zugestanden werden soll. Die Widersprüche und Absurditäten seines Alltags werden mit großer Zuneigung seziert und inszeniert. (mehr …)

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Woher wir Brasilianer kommen…

hat die Regisseurin Daniela Thomas (die einiges an Film- und Theater-Erfahrung mitbringt nicht zuletzt von der Olympiade-Eröffnung 2016) ihren ersten allein verantworteten Spielfilm Vazante beschrieben vor der Weltpremiere (im immer wieder tollen Saal 1 des Zoo-Palast). Wir sehen einen Film in der Vieltönigkeit digitalen Schwarzweiss‘, mit grandiosen Einstellungen und Landschaftsaufnahmen. Ein hochspannendes Kammerspiel entfaltet sich in der Einsamkeit der Bergwelt von Minas Gerais, einem bedeutenden Bergbaustandort (die Bevölkerungsdichte der Hauptstadt Belo Horizonte ist (heute) fast doppelt so hoch wie in Berlin). Irgendwo (irgendwann) wird im Film erwähnt, dass wir das Jahr 1821 haben, kurz vor der Unabhängigkeitserklärung von Portugal. (mehr …)

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Zwei Filme über Familien-Zusammenhalt als Berlinale-Auftakt 2017

… und über Themen, über die ich bisher wenig wusste oder mir wenig Gedanken gemacht habe:

Belinda ist die Protagonistin eines Dokumentarfilmes, der Erwachsenwerden und Liebesbeziehung der Protagonistin begleitet, die in Kinderheimen aufwächst; mit Verwandten, die im Knast sitzen, Drogenprobleme haben oder kaum die Miete aufbringen können; die gegen ihren Willen von ihrem Vormund von ihrer Schwester getrennt wird und sich trotzdem anscheinend nicht von ihm hintergangen fühlt. Auch die Eltern, zu denen sie trotz allem eine innige und liebevolle Beziehung hat, haben eine tiefe Zuneigung und Verehrung zum Vormund Herrn Germsheimer aufgebaut. Immer wieder erlebt man Handytelefonate mit ihm mit, die ganz herzlich und zugewandt sind, einmal bedankt sich der Vater: sie haben meine Kinder aufgezogen.

Erst nach und nach schiebt sich ein Aspekt in den Film, der zum Ansatzpunkt für den ungewöhnlichen Zusammenhalt, die tiefe emotionale Bindung und die große Treue der gezeigten Personen zeitgleich mit ihren sozialen Problemen wird: (mehr …)

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