Berlinaleblog

67. Berlinale, 9.-19. Februar 2017

17. Februar 2017
von micha
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Headbang Lullaby

Einige Minuten nach Filmbeginn fragt mich der Nachbar, ob das wohl ein komischer Film werde – ich bin sicher, denn wenn der Protagonist im marokkanischen Fußballnationaltrikot auf einem albernen Aufblassofa sitzt, das er vor seinem eigentlichen Polstersofa aufgestellt hat, sieht das so beknackt aus, der Film muss einfach komisch werden.

Headbang Lullaby von Hicham Lasri ist bunt, wild und sehr lustig.

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17. Februar 2017
von micha
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El Bar

Das Setting von Le Bar von Álex de Iglesia ist gewissermaßen klassisch: Eine Gruppe von Menschen befindet sich an einem Ort – hier: in der Bar – den sie nicht verlassen kann. Nach und nach wird die Gruppe dezimiert, es ist zunächst unklar, von wem die Gefahr ausgeht, und unter höchstem Druck zeigt sich, wie es die jeweiligen Charaktere mit Solidarität bzw. Egoismus halten. Gibt es eigentlich einen Namen für dieses Genre?

Ansonsten kann man hier wohl das Etikett Horrorkomödie drankleben. Dass es in diesem speziellen Fall eklig werden könnte, deutet schon der Vorspann an, in dem allerhand Milben, Bakterien, Viren, Schimmelpilze und dergleichen munter zwischen den Buchstaben herumwuchern. Das Publikum im International hat sich da schon lautstark gegruselt.

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16. Februar 2017
von micha
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Weirdos

Ein weiterer Film, der eine vergangene Epoche schwarz-weiß darstellt: Weirdos von Bruce McDonald spielt um den 4. Juli 1976, im Fernsehen laufen ständig Paraden zu den Bicentennial-Feiern. Kit ist sauer auf seinen Vater und trampt mit seiner Freundin Alice nach Sydney (das in Nova Scotia), um bei seiner Mutter zu leben. Die ist eine ziemlich durchgeknallte Hippie-Künstlerin mit einem echten Problem. Dazu gibt’s einen schönen Siebziger-Soundtrack. Weiterlesen →

16. Februar 2017
von micha
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Vaya

Vier Menschen fahren mit dem Zug nach Johannesburg. Ihre Geschichten berühren sich mehrfach beinahe. Das ist ein bewährtes filmisches Stilmittel und wird in Vaya von Akin Omotoso sehr spannend umgesetzt. Zanele soll die kleine Zodwa zu ihrer Mutter Thobeka bringen, die, wie sich herausstellt, doch keine berühmte Sängerin, sondern Kneipenwirtin geworden ist. Sie werden am Bahnhof nicht abgeholt und müssen erstmal eine Nacht irgendwo verbringen.  Weiterlesen →

16. Februar 2017
von micha
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Mittwoch: Doku-Tag

Drei Dokumentarfilme an einem Tag – Absicht war das nicht, aber großartig.

Becoming Who I Was ist die Geschichte des jungen Rinpoche Angdu, der als kleines Kind als Reinkarnation eines hohen Lamas erkannt wird. Er erinnert sich an sein letztes Leben in einem großen Kloster in der tibetischen Region Kham. Problem: Angdu lebt in Ladakh. Er wird als Kind schon Mönch, aber das Kloster, in dem er seine erste Erziehung erhält, hat bereits einen Rinpoche. Angdu wird weggeschickt und weiter von einem tibetischen Arzt und Mönch erzogen, bei dem er lebt. Das Verhältnis der beiden ist sehr schön anzusehen, wie liebevoll sie miteinander umgehen, wie sie spielen und buddhistische Schriften lernen, worauf der kleine Junge nicht immer Lust hat. Leider kommt in alle den Jahren niemand aus seinem ehemaligen Kloster, um ihn dorthin zu holen. Was nicht wirklich verwunderlich ist, angesichts der chinesischen Tibetpolitik, aber ungünstig für einen Rinpoche ohne Kloster. Irgendwann machen sich Lehrer und Schüler zu Fuß auf den Weg nach Tibet.

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16. Februar 2017
von maxuta
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Einblicke in einen verschlossenen Lebensraum

Menashe ist der vermutlich erste Film, in dem nahezu durchgängig jiddisch gesprochen wird, laut Auskunft des Regisseurs Joshua Z Weinstein. Wir schauen dem Leben von Menashe Lustig in Borough Park (New York) zu: einem ultraorthodoxen Juden, Witwer und Vater eines etwa 10-jährigen Sohnes, das verläuft als sei es einem Woody-Allen-Film entsprungen. Er widersetzt sich den Versuchen, ihn möglichst umgehend wieder zu verheiraten und möchte seinen Sohn allein erziehen, was ihm ebenfalls nicht zugestanden werden soll. Die Widersprüche und Absurditäten seines Alltags werden mit großer Zuneigung seziert und inszeniert. Weiterlesen →

16. Februar 2017
von maxuta
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Woher wir Brasilianer kommen…

hat die Regisseurin Daniela Thomas (die einiges an Film- und Theater-Erfahrung mitbringt nicht zuletzt von der Olympiade-Eröffnung 2016) ihren ersten allein verantworteten Spielfilm Vazante beschrieben vor der Weltpremiere (im immer wieder tollen Saal 1 des Zoo-Palast). Wir sehen einen Film in der Vieltönigkeit digitalen Schwarzweiss‘, mit grandiosen Einstellungen und Landschaftsaufnahmen. Ein hochspannendes Kammerspiel entfaltet sich in der Einsamkeit der Bergwelt von Minas Gerais, einem bedeutenden Bergbaustandort (die Bevölkerungsdichte der Hauptstadt Belo Horizonte ist (heute) fast doppelt so hoch wie in Berlin). Irgendwo (irgendwann) wird im Film erwähnt, dass wir das Jahr 1821 haben, kurz vor der Unabhängigkeitserklärung von Portugal. Weiterlesen →

15. Februar 2017
von ulla
1 Kommentar

Cuatreros

Ein Film aus Argentinien über einen Straßenräuber, der lange Zeit der Polizie mit Hilfe der Landbevölkerung entkommen konnte, am Schluss aber doch gefangen wurde.

Der Film war ein Fehlgriff: drei bis sechs parallel laufenden Bildframes zu folgen, UND gleichzeitig auch noch Unertitel  lesen – nein, das schaffe ich einfach nicht. Und so sympathisch war mir das auch nicht, dass die Off-Stimme ein aufgefundenes Drehbuch über die Geschichte vorliest, während die vielen zusammengebastelten Bilder im Dreierpack die Geschichte illustrieren. Nein, das muss nicht sein.

Also kurz genickt und dann einen schönen Spaziergang in der Sonne gmacht.