Bettina (Wegner)

Sehr kurzfristig klappte es doch noch mit den Karten für die Premiere dieser Doku im Kino International. Und, wie schon erwartet, schien der Saal voll mit Fans: in der Reihe vor uns wurden die signierten LPs vorgezeigt und so, dass auch mitgehört werden kann, Fan-Gossip ausgetauscht. Ganz passend dazu: auf die Frage nach einer Englisch-Übersetzung fürs Q&A meldete sich (in Zahlen)… (mehr …)

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Al Gami’ya – ein feministischer Blick in eine patriarchale Gesellschaft

 

Der Regisseurin Reem Saleh ist ein anrührender Einblick in fremde Frauen-Leben in einem patriarchalen Kontext gelungen und die Dokumentation von Lebenswegen ohne einen regelnden Staat. Sie kommentiert durch ihren feministischen Blick, ihre Parteilichkeit, ihr Mitgefühl.

Im lauten, dreckigen, verfallenen Kairoer Stadtteil Rod el Faraq – dem Heimatviertel ihrer Mutter in Kairo und nicht einem der ärmsten, wie sie im Filmgespräch kommentiert – begleitet sie vor allem die Frauen.

Sie sorgen für Essen, Wohnung, Kranken-Pflege und meistenteils auch das Einkommen. Sie haben die Verantwortung für die Kinder, sie handeln aus, streiten und vertragen sich. Sie versorgen, lieben, stützen und verlassen ihre Männer – und werden von ihnen zurückgeliebt, aber auch schlecht behandelt und verlassen.

Und Scheidungen scheinen von beiden Seiten auszugehen und initiiert werden zu können. Hätten wir das mit Ägypten assoziiert? Eine der Protagonistinnen heiratet den Vater ihrer Kinder dreimal…
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Zwei Filme über Familien-Zusammenhalt als Berlinale-Auftakt 2017

… und über Themen, über die ich bisher wenig wusste oder mir wenig Gedanken gemacht habe:

Belinda ist die Protagonistin eines Dokumentarfilmes, der Erwachsenwerden und Liebesbeziehung der Protagonistin begleitet, die in Kinderheimen aufwächst; mit Verwandten, die im Knast sitzen, Drogenprobleme haben oder kaum die Miete aufbringen können; die gegen ihren Willen von ihrem Vormund von ihrer Schwester getrennt wird und sich trotzdem anscheinend nicht von ihm hintergangen fühlt. Auch die Eltern, zu denen sie trotz allem eine innige und liebevolle Beziehung hat, haben eine tiefe Zuneigung und Verehrung zum Vormund Herrn Germsheimer aufgebaut. Immer wieder erlebt man Handytelefonate mit ihm mit, die ganz herzlich und zugewandt sind, einmal bedankt sich der Vater: sie haben meine Kinder aufgezogen.

Erst nach und nach schiebt sich ein Aspekt in den Film, der zum Ansatzpunkt für den ungewöhnlichen Zusammenhalt, die tiefe emotionale Bindung und die große Treue der gezeigten Personen zeitgleich mit ihren sozialen Problemen wird: (mehr …)

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Mzis qalaqi – City of Sun

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Mzis qalaqi von Rati Oneli ist eine Dokumentation über Tschiatura, eine ehemals wichtige Mangan-Minenstadt in Georgien, die heute zerfällt.

Die Menschen im Film fahren immer noch in die Mine, da unten sieht es gruselig aus. Wenn der Strom weg ist, und das Licht, die Grubenbahn oder die Belüftung ausfallen, muss Archil der Elektriker ran. Mit bloßen Händen dreht er ein paar Drähte zusammen, und es wird wieder hell. Ansonsten macht er öfter ein Nickerchen. Nach Feierabend geht er ins Theater, wo er in einer Laientruppe mitspielt, nach Hause kommt er selten, weil oft vom Theater direkt wieder in die Mine fährt. (mehr …)

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