Einblicke in einen verschlossenen Lebensraum

Menashe ist der vermutlich erste Film, in dem nahezu durchgängig jiddisch gesprochen wird, laut Auskunft des Regisseurs Joshua Z Weinstein. Wir schauen dem Leben von Menashe Lustig in Borough Park (New York) zu: einem ultraorthodoxen Juden, Witwer und Vater eines etwa 10-jährigen Sohnes, das verläuft als sei es einem Woody-Allen-Film entsprungen. Er widersetzt sich den Versuchen, ihn möglichst umgehend wieder zu verheiraten und möchte seinen Sohn allein erziehen, was ihm ebenfalls nicht zugestanden werden soll. Die Widersprüche und Absurditäten seines Alltags werden mit großer Zuneigung seziert und inszeniert. (mehr …)

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Woher wir Brasilianer kommen…

hat die Regisseurin Daniela Thomas (die einiges an Film- und Theater-Erfahrung mitbringt nicht zuletzt von der Olympiade-Eröffnung 2016) ihren ersten allein verantworteten Spielfilm Vazante beschrieben vor der Weltpremiere (im immer wieder tollen Saal 1 des Zoo-Palast). Wir sehen einen Film in der Vieltönigkeit digitalen Schwarzweiss‘, mit grandiosen Einstellungen und Landschaftsaufnahmen. Ein hochspannendes Kammerspiel entfaltet sich in der Einsamkeit der Bergwelt von Minas Gerais, einem bedeutenden Bergbaustandort (die Bevölkerungsdichte der Hauptstadt Belo Horizonte ist (heute) fast doppelt so hoch wie in Berlin). Irgendwo (irgendwann) wird im Film erwähnt, dass wir das Jahr 1821 haben, kurz vor der Unabhängigkeitserklärung von Portugal. (mehr …)

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Zwei Filme über Familien-Zusammenhalt als Berlinale-Auftakt 2017

… und über Themen, über die ich bisher wenig wusste oder mir wenig Gedanken gemacht habe:

Belinda ist die Protagonistin eines Dokumentarfilmes, der Erwachsenwerden und Liebesbeziehung der Protagonistin begleitet, die in Kinderheimen aufwächst; mit Verwandten, die im Knast sitzen, Drogenprobleme haben oder kaum die Miete aufbringen können; die gegen ihren Willen von ihrem Vormund von ihrer Schwester getrennt wird und sich trotzdem anscheinend nicht von ihm hintergangen fühlt. Auch die Eltern, zu denen sie trotz allem eine innige und liebevolle Beziehung hat, haben eine tiefe Zuneigung und Verehrung zum Vormund Herrn Germsheimer aufgebaut. Immer wieder erlebt man Handytelefonate mit ihm mit, die ganz herzlich und zugewandt sind, einmal bedankt sich der Vater: sie haben meine Kinder aufgezogen.

Erst nach und nach schiebt sich ein Aspekt in den Film, der zum Ansatzpunkt für den ungewöhnlichen Zusammenhalt, die tiefe emotionale Bindung und die große Treue der gezeigten Personen zeitgleich mit ihren sozialen Problemen wird: (mehr …)

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