Opium – 1919 gab es keine Zensur

Die Einführung zu Opium durch die Leiter der Filmmuseen Düsseldorf und München, Stefan Drößler und Andreas Thein ist bereits ein spannender Teil des Abends. Der Film wurde in Zusammenarbeit der Museen rekonstruiert. Das war ein höchst schwieriger Prozess, denn es ist kein Drehbuch erhalten, so dass oft nicht eindeutig war, wie das Original genau aussah. 1919, als der Film entstand, gab es in Deutschland keine Zensur, die wurde aber bereits Anfang der 20er Jahre wieder eingeführt, so dass die danach gezeigte Fassung bereits gekürzt war. Das Ergebnis der Rekonstruktion ist jedenfalls großartig exotisch, opulent, und vor allem BUNT! Toll ist der Kontrast zwischen den wüsten, freizügigen Opiumträumen (durch transparenten Stoff sind nackte Brüste zu sehen!) und der strengen Moral der eigentlichen Handlung.

Der Film wird großartig live am Klavier begleitet von Richard Siedhoff.

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Anders als die Anderen

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Von diesem Film, dem ersten überhaupt, der sich 1919 explizit mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzte, hatte ich schon viel gelesen. Am Sonntag gab es die Gelegenheit, eine neu restaurierte englische  Fassung zu sehen – prima! Dass Magnus Hirschfeld in dem Film persönlich auftritt, macht ihn zusätzlich interessant.

Der freundliche Herr sagte in der Einführung, dass es zwischen der deutschen Revolution 1919 und der Wiederherstellung einer gewissen „Ordnung“ im Lauf des Jahres 1920 eine kurze Zeitspanne gab, in der in Deutschland keine Zensurgesetzgebung in Kraft war. Diesen Umstand machte sich der Regisseur Richard Oswald zu Nutze, um einige Filme zu verschiedenen „heiklen“ Themen zu drehen, wie Prostitution, Abtreibung und hier eben Homosexualität .

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Einen Kinderfilm ohne Kinder gucken – Die Reise nach Sundevit

Einen Kinderfilm ohne Kinder zu gucken, war schon nicht so klasse – aber das ist auch das einzige, was negativ an diesem Screening war. Und nun ist nur zu hoffen, dass noch viele Kinder den Weg in diesen überhaupt nicht verstaubten Retro-Generation-Cross-Section-Film in Schwarzweiss finden.

Und wo ist eigentlich Sundevit? Mich erinnerte alles an die Landschaft des Darss bei Prerow mit Leuchtturm und Campingplatz in den Dünen. Der Name Sundevit ist mir im Grossraum Fischland-Rügen-Hiddensee-Stralsund immer wieder begegnet, aber Wikipedia weiss dazu nichts. Gedreht ist der Film jedenfalls im Umfeld von Zingst, wie der Kameramann Jürgen Bauer erläutert. Heiner Carows Kinderfilm war sein Erstling und er ist für ein einführendes Filmgespräch anwesend. Mit der Abgeklärtheit des Rückblicks auf 50 Jahre gibt er Zensur-Anekdoten zum Besten: die Film-Musik, die beste 60er Beat-Musik ist, war anfangs nicht genehm (mehr …)

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Charulata

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Ich liebe die noblen Bilder des untergehenden Großbürger-Indien, die Sathyat Rai gefunden hat; sie sind immer wieder wunderschön und traurig - ein Film über die Anmaßung der Politik und ein…

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