Berlinaleblog

68. Berlinale, 15.-25. Februar 2018

Les rois mongols – wie man eine Oma kidnappt

Les rois mongols von Luc Picard spielt während der Oktoberkrise 1970 in Quebec. Weil der Vater von Manon und ihrem kleinen Bruder Mimi im Sterben liegt und die Kinder dann in getrennte Pflegefamilien sollen, fasst Manon einen großen Plan: mit Hilfe ihrer Cousins Martin und Denis entführen sie eine alte Frau, die ihre Oma werden, Kuchen backen, vorlesen und für Mimi ein Mickey-Mouse-Kostüm nähen soll…

Der Film ist toll, und die Einsprecherin macht ihre Sache großartig. Wer das nicht kennt: in fremdsprachigen Kinderfilmen gibt es statt Untertiteln eingesprochenen Text. Das stört überhaupt nicht, denn die EinsprecherInnen können wunderbar vorlesen. Großartig sind auch die Fragen der Kinder in der anschließenden Q&A-Session: warum haben immer alle geraucht? – das war damals so. Waren die Zigaretten echt? – Ja. Waren sie bei allen Schauspielern echt (die Frage zielt auf den großen Cousin)? Ja, aber nicht alle haben echt geraucht. Haben die beiden sich in echt geküsst? Ja – großer Jubel im Publikum.

P.S.: Der Filmtitel kommt von einem Kinderspiel, bei dem ein Kind sich albern zurecht macht und das andere dann dreimal „Ich grüße dich Mongolenkönig“ sagen muss, ohne zu lachen. Sehr cool ist die Szene, als Martin das zu einem auf der Straße Wache stehenden uniformierten Soldaten sagt.

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