Berlinaleblog

70. Berlinale, 20.02.-01.03.2020

Schwarze Milch

Das war wohl der Film, der bei Micha an der Abendkasse ncht mehr geklappt hat. Heute morgen um 9:00 Uhr: Ausverkauft.

Der Film handelt – und wurde gedreht – von einer Berlinerin mit mongolischen Wurzeln, die zu ihrer Schwester zieht, die als Nomadin in der mongolischen Steppe lebt. Dort nimmt sie am Leben der Schwester teil und fängt eine Affäre mit dem Einsiedler-Nachbarn an. Die Männer (außer ihm) kommen nicht gut weg in dem Film, und bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, ob die Affäre mit dem Nachbarn wirklich stattfindet oder ob sie eine Phantasie der „Wessi“-Schwester ist. Denn das ist das Interessante: der Film spielt zwar zu 98% in der mongolischen Steppe, es tteten keine westlich aussehenden Mensvhen auf, aber es ist durch und durch ein westlicher Film, von einer deutschen Städterin, voller westlicher Phantasien, Werte und Annahmen. Zuerst war ich etwas enttäuscht, weil man ja doch immer auf ethnologische Entdeckungen aus ist. Aber dann hab ich kapiert: der Film handelt einfach nicht von der Mongolei. Sondern von einer Deutschen, die es dort hintreibt, weil sie hier immer gefragt wird, wo sie „eigentlich“ herkommt. Und dort Wessi ist. Vertrackt.

Die Landschaft sollte absichtlich nicht im Vordergrund stehen, sagte die Regisseurin. Logisch, es geht ja nicht um die Mongolei.

(Es kommen Schafe im Film vor, aber in keinem guten Zustand. Der Wolf war da.)

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