No Man’s Zone

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Diese Doku über die Evakuierungszone rund um Fukshima und die Zerstörungen von Erdbeben und Tsunami ließ mich seltsam unbeeindruckt zurück.

Bestenfalls liegt das an dem, was die Interviewten immer wieder der Kamera erzählen: dass die eigentliche Gefahr oder Zerstörung im Fall der Radioaktivität eben so gänzlich unsichtbar ist: alles sieht schön und friedlich aus "Ich weiß es zwar besser, aber ich werde trotzdem das Gefühl nicht los, dass die uns alle verarschen." sagt ein Bauer, bevor er Haus und Hof verlassen muss.

Im schlechten Fall liegt es daran, dass der Regisseur im Publikumsgespräch eitel und geschwätzig rüberkam (er erzählte, er hätte sich Jeanne Moureau als Voice-over-Sprecherin gewünscht, aber das sei natürlich ein Wunschtraum gewesen – Hallo? Die Leute verlieren alles und Du überlegst Dir, ob Du Jeanne Moureau für Deinen Film kriegst?), so dass auch der zunächst interessante Kommentar zur medialen Wahrnehmung von Zerstörungsbildern nicht mehr so überzeugend wirkte und trotz aller pseudo-Philosophie im Film sich der Verdacht von Sensations-Exploitation nicht ausräumen lässt.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. micha

    In der Spätvorstellung roch Fukushima leider penetrant nach Döner. Mein Nachbar verspeiste einen, und zwar sehr langsam. Anschließend schlief er ein und schnarchte leise. Schon deshalb fiel es mir ein bisschen schwer, in den Film zu finden. Den Regisseur fand ich nicht unsympathisch, und das, was ihn und seinen Kameramann im ersten Teil so bewegt hat, dass man viel mehr Menschen hätte retten können, wenn man es innerhalb der ersten 72 Stunden versucht hätte, fand ich schon erschütternd.
    Die Tonspur über den Frühling, und ob der überhaupt stattfindet, wenn niemand es sieht, nervte ein wenig – ich glaube, das heißt bei dir Pseudophilosophie, und zu den Aussagen über die Beerdigungen, die früher so schön waren, mit denen die Angehörigen heute alleine bleiben, fehlten mir dann wieder die erzählenden Personen.
    Mir ging es also ein bisschen ähnlich, das war zwar Informationskino, hat mich aber nur an wenigen Stellen berührt.

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