Das Kurzfilmprogramm, das wir sahen, war super – von einigen Filmen könnten wir uns auch eine lange Version vorstellen.
Cuando llegue a casa – Paco ahnt dass er schwul ist und unterschätzt seine Großmutter. Das ist schön.
Jülapüin Yonna – Weinshi träumt beunruhigende Dinge. Ihre Großmutter rät zu einer Reise zum Großvater. Es geht um die Verbindung zu den Vorfahren, zum Land und zur Erde, aber auch um die Schäden, die Bergbau und Zivilisation hinterlassen und den Tanz. Sehr schöner Film, über die Kultur der Waayu wüsste ich gerne mehr.
C’est ma sœur – Camille übt seit Wochen an ihrer Choreographie, mit der sie sich für eine Audition beworben hat. Ihre Schwester Agathe muss sie mehr oder weniger widerwillig dorthin fahren. Nie hätten sie gedacht, dass Camille’s Down Syndrom ein Hindernis sein könnte – aber als die Jury Camille überhaupt nicht ernst nimmt, wehren sich die Schwestern gemeinsam, und das ist großartig anzusehen.
Mambo Kids – irgendwo in der Nähe von Neapel. Zwei Jungs verbringen entspannte Sommertage miteinander und weiteren Freund*innen. Es wird viel Unsinn geredet, das ist schön. Mir gefällt besonders das Bild, als die Kamera am Abend mehreren Vespas auf dem Heimweg hinterherfährt. Es wird kurz gewinkt, dann biegt eine nach dem anderen ab. Bis am Ende die beiden Jungs angekommen sind.
Scorching – Geflügelfabrik in Südchina. Vom Eierlegen bis zur Schlachtung ist alles hochmodern. Li Yan ist dreizehn und lebt mit ihrer Großmutter. Sie vertauscht Dinge an Marktständen und hat eine sehr besondere Beziehung zu Eiern. Die Hühnerfabrik ist scheußlich, der ganze Film aber ein bisschen surreal und durchaus poetisch.

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