Berlinaleblog

68. Berlinale, 15.-25. Februar 2018

Varda par Agnès

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Agnès Varda kann alles: Fotografie, Film, Kunst und auch ihr eigenes Werk erklären. Das tut sie in Varda par Agnès vor Publikum in einem schönen Opernhaus. Sie sitzt in einem Regiestuhl, holt sich Gäste dazu, zeigt Filmschnipsel und plaudert. Es klingt wie ein Filmseminar, als würde sie uns erklären, worauf wir achten sollen, falls wir zufällig auch Filme machen möchten, nämlich drei Dinge: Inspiration, Kreation und Teilen.

Ein gemütlicher Einstieg, aber sie ist eben auch eine Virtuosin der Struktur, und im folgenden ist sie in ganz unterschiedlichen Settings zu sehen, an früheren Drehorten, am Strand, auf der Straße, plaudert nahtlos weiter und erklärt ihre Filme, Fotografie und ganz unglaubliche Installationen. Egal, was sie jemals gemacht hat, es ist klug, intensiv und sehr oft auch richtig lustig.

Am Liebsten hätte ich den Film als Nachschlagewerk: ich möchte im Nachhinein nochmal die verschiedenen Stationen aufrufen können: wie sie „Vogelfrei“ mit Sandrine Bonnaire erklärt, oder die Installation mit dem Katzengrab, oder die Begegnung mit ihrem entfernten Verwandten Varda in Kalifornien vor zig Jahren, die kleinen Geschäfte in ihrer Straße, Filme mit Freunden und Bekannten und die mit den Stars, die Herzkartoffelinstallation oder die Demonstration, bei der sie mit einem kleinen Plakat „Mir tut alles weh“ am Rand mitläuft. So lustig, so inspirierend, so klug und so wunderschön!

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