Im Moment erscheint mir dies der überraschendste Dokumentarfilm, den ich bisher sah… und wurde insofern seiner Rolle als Eröffnungsfilm von Generation voll und ganz gerecht. Zwischenzeitlich vergaß ich vollends, in einer Doku zu sitzen.
Wir begleiten eine Gruppe von Kindern durch einen kleinen Ort in einer ländlichen Landschaft; laut Programm-Auskunft eine der ärmsten Gegenden Brasiliens. Spielend reisen drei Mädchen im Grundschul- bis Teenage-Alter in die Vergangenheit und die Zukunft, entwickeln ihre Vorstellungen von einer Zeitmaschine und dem jeweiligen Leben in Vergangenheit und Zukunft und den Fragen, die sie sich daraus ergeben oder mit denen sie beschäftigen.
Dass dieser Film uns so gut wegtrug wie gelungene Spielfilme, liegt eventuell daran, dass es der Regisseurin so gut gelingt, die kindliche Perspektive einzufangen und filmische Mittel konsequent in diesem Sinn einzusetzen. Augenscheinlich stellte sie auch gelingende Fragen oder machte anregende Umsetzungs-Angebote. Ihre Kreativität steht der von Kindern jedenfalls in nichts nach!
Setzt euch rein und lasst euch überraschen… wenn der Wert von Bildung und Selbstreflektion und Durchhaltevermögen für ein gutes Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein in vielfältigen und immer überraschenden Wendungen durchgespielt wird 🙂
Auch diesmal war das Q&A eine große Freude, nicht zuletzt aufgrund der so kommunikationsbegabten (und erfahrenen: siehe Link) Regisseurin Eliza Capai, die hier laufend zwischen Moderatorin, Übersetzerin und den darstellenden Kindern soufflierte…
Auf die Frage an die Kinder, ob und wie die Zeitmaschine denn inzwischen funktioniert habe, antwortete anschließend auch sie: sie glaube, dass sie funktioniere, denn sie sei schon jetzt in einer Zukunft angekommen, von der sie bisher nur geträumt habe…

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