Was für ein schöner Zufall: ohne Absprache fanden wir uns zu sechst im Foyer der Akademie der Künste zu In Which Annie Gives It Those Ones. Das war schön und im Anschluss gesellig.
Wir hatten uns vorher gefragt, wie die Moderatorin damit umgehen würde, dass Arundathi Roy – von der das Drehbuch ist, und die die weibliche Hauptrolle spielt – aus Protest gegen Aussagen der Jury zu Gaza ihre Teilnahme abgesagt hatte. Die Moderatorin und Regisseur Pradip Krishen (der Ehemann von Arundathi Roy) machten das sehr gut. Frau Roy liebe Berlin und wäre gerne gekommen, sie habe aber starke Prinzipien, und das sei zu respektieren.
Architekturstudium in Indien in den 70er Jahren: die Studierenden tun Hippie-Dinge, rauchen, spielen Gitarre und Tischtennis, sind aber auch sehr fleißig und zeichnen bis tief in die Nacht. Annie hat vor Jahren einen Professor beleidigt, fällt seither immer durch die Abschlussprüfung und muss das letzte Studienjahr schon zum vierten Mal wiederholen. Radha (Arundathi Roy) ist die unangepasste, die ihre Professoren durch gesellschaftskritische Ausführungen nervt. Das ist alles sehr bunt und lustig, es kommen Hühner und Karnickel vor, und Annies Abschlussprüfung wird von den Kommilitonen auf originelle Weise unterstützt.
Titus hat Sharuk Khan trotz Nebenrolle sofort erkannt – wie wir später nachlesen, war das einer seiner ersten Filmauftritte.
„Giving it those ones“ ist ein Slang-Ausdruck und heißt sowas wie „performing ones usual act“. Der Film wurde ursprünglich fürs Fernsehen gedreht. Eine abgefilmte Version, die auf Youtube zu sehen ist, wurde Kult unter indischen Architektur-Studierenden. Pradip Krishen berichtet, dass er eine beschädigte Kopie beinahe mit einem ganzen Schwung anderer Dinge ausgemistet hätte. Glücklicherweise wurde der Film aber vom Direktor der indischen Film Heritage Foundation gerettet und in Bologna liebevoll restauriert.
Eine sehr schöne Besprechung gibt es nebenan im Festivalblog: Berlinale 2026 – In Which Annie Gives It Those Ones von Pradip Krishen. Auch BBC ist der Film eine Besprechung wert: Why writer Arundhati Roy’s cult classic film is still relevant in India. Wobei hier übersehen wird, dass der Film zwar 1989 gedreht wurde, aber in den 70ern spielt – immer gut, wenn im Kino jemand was erklärt.

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