No Good Men ist das Fazit der Valentinstag-Umfrage, die Kabu-News-Kamerafrau Naru auf den Straßen von Kabul macht. Alle Frauen, mit denen sie spricht wurden von ihren Männern geschlagen und beleidigt. Selbst die Umfrage ist eigentlich eine Schikane, denn der berühmte Kollege Qodrat, dem sie unwissentlich das Interview mit einem führenden Taliban ruiniert hat, will sie nur loswerden und setzt sie mitten in Kabul mit der Kamera aus dem Auto. Wider erwarten sind die Kollegen (alles Männer) beeindruckt, denn mit ihnen hatte keine einzige Frau sprechen wollen.
Regisseurin Shahrbanoo Sadat lebt in Deutschland. Der Film wurde bei Hamburg gedreht. Wenn das nicht im Tagesspiegel gestanden hätte, wäre ich nicht darauf gekommen. Das Ende des Films, als die Amerikaner Afghanistan schon verlassen haben, und viele Menschen vor den Taliban fliehen wollen, erinnert mich als Deutsche vor allem an die gebrochenen Aufnahmeversprechen der deutschen Regierung für afghanische Ortskräfte. Von denen sitzen immer noch viele in Pakistan fest und haben jetzt keine Chance mehr, nach Deutschland zu kommen.

Kommentare
2 Kommentare zu „No Good Men“
Danke, dass Du eine weitere Seite dieses Films ansprichst: dass wir Deutschen eine Verantwortung haben, dem Schicksal afghanischer Flüchtlinge gegenüber nicht gleichgültig zu sein und wie dramatisch es auch für unsere Zivilgesellschaft ist, wenn gegebene Versprechungen gebrochen werden.
Aber: wie fandest Du den Film denn? Denn viele Rezensionen sagten ja imgrunde, die Regisseurin habe den interessanten Plot „der Rührseligkeit geopfert“…
Es ist manchmal schwer, nicht zu viel zu spoilern, aber nein, ich fand den Film nicht rührselig, er hat mir gefallen. Situationen wie der Umgang mit der pädagogisch eher unfähigen, dafür umso martialischer auftretenden Erzieherin, fand ich wichtig. Naru ist manchmal sehr konfrontativ, und die Zuschauerin fragt sich, ob das immer notwendig ist. Und dann stellt sich mit einer Katastrophe heraus, dass es das sehr wohl war. All das ist überhaupt nicht rührselig. Auch die sich anbahnende Liebesgeschichte ist es nicht. Das Ende ist schon melodramatisch, aber hey, das ist Kino!
Im Festivalblog gibt es ein sehr schöne Besprechung: https://www.festivalblog.com/archives/2026/02/berlinale_2026_8.php5