No Good Men ist das Fazit der Valentinstag-Umfrage, die Kabu-News-Kamerafrau Naru auf den Straßen von Kabul macht. Alle Frauen, mit denen sie spricht wurden von ihren Männern geschlagen und beleidigt. Selbst die Umfrage ist eigentlich eine Schikane, denn der berühmte Kollege Qodrat, dem sie unwissentlich das Interview mit einem führenden Taliban ruiniert hat, will sie nur loswerden und setzt sie mitten in Kabul mit der Kamera aus dem Auto. Wider erwarten sind die Kollegen (alles Männer) beeindruckt, denn mit ihnen hatte keine einzige Frau sprechen wollen.
Regisseurin Shahrbanoo Sadat lebt in Deutschland. Der Film wurde bei Hamburg gedreht. Wenn das nicht im Tagesspiegel gestanden hätte, wäre ich nicht darauf gekommen. Das Ende des Films, als die Amerikaner Afghanistan schon verlassen haben, und viele Menschen vor den Taliban fliehen wollen, erinnert mich als Deutsche vor allem an die gebrochenen Aufnahmeversprechen der deutschen Regierung für afghanische Ortskräfte. Von denen sitzen immer noch viele in Pakistan fest und haben jetzt keine Chance mehr, nach Deutschland zu kommen.

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