Bibliotheque Pascal

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Wer auf Märchen steht: nicht nur ‚Au revoir Taipei‘ anschauen, sondern auch diesen in Betracht ziehen! Unglaublich schrecklich-schöne Geschichten, die überleben helfen und überleben ermöglichen und – wie Märchen so oft – einen erschütternd harten Blick auf die Realitäten in wunderbare fröhlich-bunte Bilder kleiden: Männer die besitzen wollen, Männer mit Knarre, die aus dem Sand am Strand auftauchen und bezaubern, ein modernes Kasperletheater aus Schaumstoff in dern die Prinzessin den Skorpion küsst, von ihrem eigenen Vater verkauft und auch von ihm dank der Träume ihrer Tochter errettet – vielleicht auch eher: erlöst – wird… aber ne (mehr oder weniger stringente) Handlung gibts schon – wie im richtigen Märchen halt!

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. micha

    Sehr schöne Beschreibung, danke schön. Die Mischung aus leicht, heiter und sehr hart hat mich ganz schön mitgenommen.
    Ganz toll fand ich die Schlussszene – man weiß ja von Anfang an, dass es gut ausgeht, denn es wird ja in Rückblende erzählt. Aber dann kommt die Szene mit Mutter und Tochter, die Luftsuppe essen und Luftmilch trinken, sich mit Schuhen ins Bett legen, da fragt sich die Zuschauerin: was ist das? Träumt hier wieder jemand? Und was soll das? Dann fährt die Kamera zurück, klärt alles auf, und die Szene ist mindestens so zauberhaft, wie zuvor die geträumte Blaskapelle.

  2. Ulla

    Was macht eigentlich die „Bibliothek“ im Titel? Gibt’s einen Bibliotheksbezug?

    1. micha

      Vorsicht Spoiler: Die Bibliothek ist der gesellige Raum des Bordells, in dem die Protagonistin landet, denn der Betreiber ist sehr kulturbeflissen. Die Zimmer, in denen die Frauen arbeiten, haben alle literarische Themen, und die sind z.T. sehr grauenhaft.

      1. Ulla

        I see, cheers…

  3. Pauline

    Widerlicher Film. Fand es unerträglich, wie das grauenhafte Thema Zwangsprostitution visuell ausgeschlachtet wurde.

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