Double tide

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Weils so lang geworden ist, nicht als Kommentar… Dass es Stilles Sitzen mit Film werden würde, hatte ich schon bei der Länge vermutet : zweimal 45 Minuten. Und Ullas phänomenale Filmkritik – wir haben uns hervorragend amüsiert, Danke! – hats bestätigt. So wars dann auch: der unvermeidliche Hänger kam in den ersten 45 Minuten (als der Morgennebel kurz vorm Lichten dann wirklich nahezu alle Kontur, Bewegung, Differenz verschluckte) und danach Flow, Freude an den kleinen Veränderungen, den Geräuschsensationen, dem Sonnenglanz im zweiten Teil und dass es eben doch etwas mit uns macht, in welcher Geschwindigkeit wir Dinge sehen, erleben.

Natürlich gabs wie bei Ulla die Nervösen, die nur mal gucken wollten wie’s ist und nach 15 Minuten verschwunden waren, die Gaffer, die die ganze Zeit quatschen müssen ums zu überstehn und nach 50 Minuten endlich verschwunden waren (und sicher stolz sind, mitreden zu können: geiler Film das, besonders der zweite Teil, dieser Sonnenuntergang – nee! fandste doch sicher auch total geil… ach, haste garnicht mehr erlebt? neinnein sowas muss ich zuende gucken, Flow undso) und etwa die halbe Besatzung, die zT körperlich spürbar aus Ehrgeiz und zum Teil wirklich aus Spass an der Sache durchgehalten haben.

Max und ich hatten in der Sommerreihe zu 40 Jahre Forum den halbsolangen ‚No‘ über eine Frau und einen Mann, anscheinend japanische Bauern, die ein Feld mit Heu bedecken, gesehen und genossen und waren insofern vorbereitet darauf, dass es um die Würde und Schönheit und Banalität von Arbeit gehen würde. Ich fand die Filmsicht weiblich…