Àrru beginnt in einer verschneiten Landschaft. Ein Rentier hat sich in Plastikseilen verheddert. Maia kommt auf einem Motorschlitten angefahren, befreit es, verschnürt es und lädt es auf ihren Anhänger. Im Schnee findet sie einen Rentierfötus. Die Rentierkuh hatte eine Fehlgeburt. Maia vergräbt den Fötus im Schnee und singt ein schönes Lied über das Land Gairú. Tatsächlich joikt sie, so heißt der traditionelle Gesang der Sámi.
Maia, ihre Tochter Ailin und ihr Bruder Danél sind Rentierhirt*innen. Ein Bergbauprojekt bedroht ihre Weidegebiete. Maia hat ihren Onkel Lemme um Hilfe gebeten, der auch gleich juristischen Beistand besorgt und ein Aktivist*innen-Camp organisiert. Das wirkt sehr sympathisch, und zuerst ist nicht zu verstehen, was Danél eigentlich gegen Lemme hat. Es gibt aber ein Familiengeheimnis, das alle kennen, über das niemand spricht.
Als Danél es betrunken rausposaunt, ist die erweiterte Familie um das großmütterliche Familienoberhaupt empört und fordert Einigkeit. Beim Geburtstag der Großmutter kommt’s drauf an – Nachgeben oder Eskalation?
Der Film ist auch ein Musical, daher war die Q&A ist ein echter Berlinale-Höhepunkt: Sara Marielle Gaup Beaska, im Film Maia, ist Sami-Aktivistin, Musikerin und Joikerin. Sie erzählt, dass sie sich die Rolle über das Joiken erschlossen hat. Und dass heute Maia übernimmt, wenn ihr alles zu viel wird. Sie joikt fürs Publikum zuerst ein Lied für das Land, und dann eines für Regisseurin Elle Sofe Sara. Es ist eine besondere Ehre, wenn eine Person ein eigenes Lied hat, und Elle Sofe Sara hat eins.

Es gibt leider keinen Eintrag für Elle Sofe Sara, die Regisseurin auf imdb – dafür gibt sie ein schönes Interview über den Film auf Youtube.

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