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Ghost in the Cell

Ghost in the Cell wird von Regisseur Joko Anwar als „Fun Family Film“ angekündigt. Der Herausgeber einer Zeitung wird grausam ermordet, der junge Journalist Dimas, der ihn als letztes lebend gesehen hat, kommt dafür in den Knast.

Dort gibt es einen brutalen Oberaufseher, verschiedene Fraktionen und einen Luxusblock, in dem korrupte Politiker Roomservice genießen und vor der Verfolgung ihrer Feinde geschützt werden.

Mit Dimas Ankunft passieren weitere Morde: die Opfer werden sehr eklig zerlegt und als groteske Kunstinstallationen inszeniert (nachdem ich das kapiert hatte, konnte ich auch wieder hinschauen). Schnell wird klar, dass es ein Geist sein muss, aber warum er ausgerechnet Dimas folgt, und was man dagegen tun kann, selbst das nächste Opfer zu werden, muss erst ausgetüftelt werden. Das ist sehr unterhaltsam, und die These, man müsse eben religiös sein oder Kunst machen, um ein besserer Mensch zu sein – oder zumindest weniger attraktiv für einen mörderischen Geist – ist so plausibel wie lustig dargestellt.

Zur Q&A tritt das Filmteam in den sonnengelben Häftlingsjacken aus dem Film auf. Die freundliche Produzentin erklärt, dass sie schon seit vielen Jahren im Horror-Genre unterwegs sind, weil das ein geeignetes Mittel sei, ihre politischen Botschaften gegen Korruption und Raubbau an der Natur unters Publikum zu bringen.


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