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Alle reden ohne Unterlass über KI, auch auf der Berlinale, dort heißt das entsprechende Programm „AI Realisms„. Und das war tatsächlich viel spannender, als ich dachte. Die Filme für sich genommen waren – ganz ok, aber nothing to write home about. Sie wurden spannend durch die Q&As, die es konsequent nach jedem Kurzfilm gab – sehr gut! Da hörte man – wie ich fand – interessante und originelle Dinge.

Narges Kalhor (von der wir schon den prima Film „Shahid“ kennen), meinte z.B. auf die Frage, ob sie das Filmschaffen durch KI gefährdet sieht: nö, sie sehe ihr Filmschaffen überhaupt nicht gefährdet durch KI, im Gegenteil: sie als weibliche Experimentalfilmerin hätte sowieso immer zu wenig Geld für ihre Projekte und KI sei super, um das auszugleichen. Gefahr bestehe nur für das Mainstream-Kino, das durch KI immitiert würde. So experimentelle Dinge wie sie bringe KI sowieso nicht zuweg. Allerdings seien die KI-generierten Frauenfiguren so stereotyp, dass man sie immer noch nachbearbeiten müsse, damit sie verwendbar seien.

Ziemlich cool fand ich den Ansatz von „L’uomo più bello del mondo“. Der junge Filmemacher hatte einen Onkel, den er nie kennengelernt hat, er ist Anfang der 1990er Jahre an AIDS gestorben. In der Familie wurde nicht über ihn gesprochen. Der Regisseur hat eine Handvoll Fotos vom Onkel zusammengesucht und diese dann a) einer Google-KI (Name hab ich leider vergessen) zur Analyse vorgelegt und b) seine Mutter (also die Schwester) dazu gekriegt, ihm anhand der Bilder über den Onkel zu erzählen. Das gibt einen sehr spannenden Gegensatz.

Im Beitrag aus Kasachstan hat die Autorin etwas gewagt: dort gab es 2022 gewaltsame Unruhen, während denen die Regierung das Internet ausgeschaltet hat. Es gab also keine Bilder. Daraufhin hat die Regisseurin Schnipsel aus Berichte ihrer Freunde als Prompt genutzt, z.b. „the Story of town Taldykorgan the Military cleared the City – curfew – who – Family – burned-out car – the witnesses of shoot to kill, without warning“ – und eine KI daraus Bilder generieren lassen – sehr verfremdet, es sollte natürlich keine Fakes werden.

Also, ich hab einiges Neue gehört, das war ein interessanter Vormittag. Danke, Berlinale!


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