Lagos in Nigeria ist eine Megacity, es wird geschätzt, dass sie Ende des Jahrzehnts 80 Mio Einwohner haben wird (soviel wie ganz Deutschland!), was u.a. damit zu tun hat, dass viele Menschen aus den nördlichen Landesteilen, in denen es islamistischen Terror gibt, da hin ziehen. Natürlich kann das nur funktionieren, wenn es ganz viel chaotische, informelle, provisorisch-prekäre Siedlungen / Slums gibt. Die Stadt spielt eine sehr präsente Rolle in dem tollen Film „Lady“, den wir am Mittwoch gesehen haben.
Lady ist in der informellen Lagunen-Siedlung Makoko aufgewachsen und wohnt dort immer noch. Ihren Lebensunterhalt verdient sie durch Taxifahren (wem das sicher sehr teure Taxi gehört, wurde m.A.n. nie richtig aufgelöst). Ihre Freundin von früher taucht nach ein paar Jahren wieder in der Siedlung auf – sie verdient jetzt ihr Geld als Sexarbeiterin und überredet Lady, sie und ihre Kolleginnen als Fahrerin für den Zuhälter nachts durch die Stadt zu fahren. Lady hält sich eigentlich aus allem raus – aus Vergnüngungen, Beziehungen und aus den politischen Unruhen, die aufflammen, als die Regierung die Benzinpreise erhöht. Aber sie hat einen Traum: nämlich Umziehen nach Freetown in Siera Leone, die Stadt der befreiten Sklaven. Dafür fährt sie die Frauen, aber es passiert etwas Schlimmes. Am Ende verhindert die galoppierende Inflation, dass Lady mit ihrer Freundin zusammen in den Bus nach Freetown steigt. Aber sie nimmt dann eben ihr Leben in Lagos neu in die Hand.
So viel Glamour war selten im Zoo-Palast! Eine umwerfender Cast in großen Roben, und allen merkte man an, wie stolz sie auf den Film und auf sich sind und wie eng sie zusammengewachsen sind. Toll!

(Ganz links die Regisseurin, sehr stilvoll in roter Robe und Basecap.)

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