Da es hier im Blog im letzten Jahr nur unsere Empfehlung für Ran Bi Wa und ein zwei Kommentare gab, kommt nun was zum Anwärmen als Nachlese einer durchaus widersprüchlichen Berlinale 2025, die zudem von Krankheit beeinträchtigt war. Wir freuten uns auf…
JA: endlich wieder Weltreise und ab ins HKW, ins Delphi, Akademie der Künste, Haus der Berliner Festspiele, HAU und letztmalig ins Arsenal; gern an den neuen Kinemathek-Standort E-Werk.
NEIN: möglichst keine der nach Popcorn riechenden Schachteln wie CUBIX oder CineMaxX; und keinen der gruseligen Its-a-mans-world-Filme der Hahaha-Retro… so hatte ich das ja auch kommentiert.
VIELLEICHT… also, wenn es klappt: zur Eröffnung von Generation, gern in die vielen Musikfilme: Monk in Pieces, Köln 75 (Panorama), Canzone effimero (Generation) etc pp.
Und dann? Karten zur Eröffnung der Generation bekamen wir natürlich nicht und auch keinen der vielen Musikfilme… die wir dann leider auch im Kino verpassten, wie befürchtet 🙁
Dafür gabs Shambhala als Nachlese zu 2024 und quasi Eröffnung am Freitag im Filmmuseum Potsdam! Deiner schönen Besprechung können wir nur zustimmen, liebe Micha 😉 und Ullas Kommentar auch ;-))
Am Samstag folgte als erster Film der Berlinale 2025 dann unsere persönliche Retro aus der Sektion Forum: The Long Road to the Director’s Chair, eine berührende Dokumentation über das „Erste Internationale Frauenfilm-Seminar“ im Arsenal Welserstr und damit ein Lehrstück zum Feminismus der 1970er Jahre; wie immer mit einem interessanten Filmgespräch. Seeehr empfehlenswert.
Sonntags saßen wir nachmittags gemeinsam mit Micha in Uiksangitara wie kommentiert! Leider hat dieser schöne Film es bisher nicht in die europäischen Kinos und schon garnicht bis Deutschland geschafft…
Abends im Delphi erlebten wir dann ein sehr berührendes Screening mit ebenso berührdendem Forum-Filmgespräch: Holding Liat – über ein hartes Thema: die Doku begleitet die Familie der israelischen Friedensaktivistin Liat Beinin Atzili, die am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt wurde, bei ihren Versuchen etwas für die Freilassung zu tun und mit der Situation umzugehen. Selten in den letzten beiden Jahren erlebten wir ein solch differenziertes Bild der tragischen Situation des Großraum Palästina und der dort lebenden Menschen. Den Berlinale-Dokumentarfilmpreis bekam der Film aus unserer Sicht mehr als zurecht. Und inzwischen lief er in einigen Programm-Kinos bzw weiteren Festivals. Interessanterweise sendet ihn 3sat genau heute um 22:25 und er ist dann noch bis 03.05. in der ARD-Mediathek! Ebenfalls: große Empfehlung!
Montags saßen wir dann zum letzten Mal im Arsenal am Potsdamer Platz für Das falsche Wort – ein weiterer dankenswerter Forum–Retro-Beitrag mit der Digitalisierung der „ersten zusammenhängenden Darstellung des Genozids an den deutschen Sinti“ von 1987 von Katrin Seybold und Melanie Spitta, Nachfahrin von Überlebenden.
Montagabend erlebten wir in der Akademie der Künste mit Naerata ometi einen vor allem filmhistorisch interessanten Film aus der Reihe Berlinale Classics von 1985, der die raue Realität von Heranwachsenden in einem Heim in Estland in der späten UdSSR in einem fast dokumentarischen Duktus zeigt, im Mittelpunkt die 16-jährige Mari; Buch und Regie von zwei Frauen.
Am Dienstag folgte dann unsere weitere große Empfehlung Ran Bi Wa – Eine Geschichte vom Feuer aus der Reihe Generation Kplus. Der Film hat es bisher leider nicht in die Kinos geschafft, bekam aber neben einem Wikipedia-Eintrag mit Verweis auf eine Besprechung im Filmportal durch ein China-Film-Festival im letzten Herbst in München immerhin noch eine weitere Besprechung bei Film-Rezensionen.de.
Der Abschluss kam dann schon viel zu früh am Mittwoch: erst Mes fantômes arméniens – sehr persönlich und umso berührender, kurzweilig, lehrreich über armenische Filmgeschichte und was sie für die Welt bedeutet einer armenischen Filme-Macherin mit super Filmgespräch… ein beeindruckender Beitrag zur jährlichen Weltreise – und abends dann als weiterer Beitrag zur Alternativ-Retro ein japanischer Film-Klassiker Seisaku no Tsuma über den japanischen Militarismus und eine „Furchtlose Frau“, wie ein neues Berlinale-Schlagwort so schön heisst; sehenswert.
Alles in allem war es eine berührende Berlinale mit einem wehmütigen Abschied vom Arsenal und ihrem schönen Berlinale-Prinzessinnengarten und vielen „Furchtlosen Frauen“ und Tieren und ohne „Ausfälle“ – bis auf den Retro Programm Totalausfall… und die Gesundheit 🙁

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