Honeygiver Among the Dogs – Bhutankrimi

Honeygiver Among the Dogs fiel mir im Programm sofort auf: der erste bhutanische Spielfilm*, und dann noch ein Krimi. Das ging wohl vielen so, denn der Film war im Online-Vorverkauf immer nach Sekunden weg, so dass es schien, als wäre das der begehrteste Film des Festivals.

Dechen Roder erzählt die Geschichte aus Sicht des jungen Polizisten Kinley, der in einem Dorf in Bumthang das Verschwinden der Äbtissin eines Nonnenklosters aufklären soll. Jemand will gesehen haben, dass sie von einer Felswand gestoßen wurde, und beschuldigt Choden, die schöne Fremde, die im Dorf nicht dazu gehört, die mit Männern flirten soll und eine Dämonin sei. Kinley soll undercover ermitteln und Choden folgen.  (mehr …)

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One Thousand Ropes

One Thousand Ropes beginnt mit einer Geburt. Die Mutter weint, schaut das Kind gar nicht an. Ein älterer Mann ist dabei, er reicht ihr das Kind. Die Mutter will die Plazenta nicht haben, da vergräbt der Mann sie unter einem Zitronenbaum. Er sammelt ein paar Zitronen auf. Es ist Maea, der Geburtshelfer ist, täglich Schwangeren die runden Bäuche mit Zitronensaft massiert und außerdem in einer Bäckerei frühmorgens den Teig knetet. Der Chefin ist das immer zu spät, drum schafft sie eine Teigknetmaschine an. In einer Ecke seiner Wohnung sitzt ein Geist, eine Frau, Seipua, die anfangs noch sehr zombiehaft aussieht, ganz still sitzt und sich vertreiben lässt, im Laufe des Films aber lebendiger, jünger und böser wird.  (mehr …)

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Headbang Lullaby

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Einige Minuten nach Filmbeginn fragt mich der Nachbar, ob das wohl ein komischer Film werde – ich bin sicher, denn wenn der Protagonist im marokkanischen Fußballnationaltrikot auf einem albernen Aufblassofa sitzt, das er vor seinem eigentlichen Polstersofa aufgestellt hat, sieht das so beknackt aus, der Film muss einfach komisch werden.

Headbang Lullaby von Hicham Lasri ist bunt, wild und sehr lustig.

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Vaya

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Vier Menschen fahren mit dem Zug nach Johannesburg. Ihre Geschichten berühren sich mehrfach beinahe. Das ist ein bewährtes filmisches Stilmittel und wird in Vaya von Akin Omotoso sehr spannend umgesetzt. Zanele soll die kleine Zodwa zu ihrer Mutter Thobeka bringen, die, wie sich herausstellt, doch keine berühmte Sängerin, sondern Kneipenwirtin geworden ist. Sie werden am Bahnhof nicht abgeholt und müssen erstmal eine Nacht irgendwo verbringen.  (mehr …)

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Mittwoch: Doku-Tag

Drei Dokumentarfilme an einem Tag – Absicht war das nicht, aber großartig.

Becoming Who I Was ist die Geschichte des jungen Rinpoche Angdu, der als kleines Kind als Reinkarnation eines hohen Lamas erkannt wird. Er erinnert sich an sein letztes Leben in einem großen Kloster in der tibetischen Region Kham. Problem: Angdu lebt in Ladakh. Er wird als Kind schon Mönch, aber das Kloster, in dem er seine erste Erziehung erhält, hat bereits einen Rinpoche. Angdu wird weggeschickt und weiter von einem tibetischen Arzt und Mönch erzogen, bei dem er lebt. Das Verhältnis der beiden ist sehr schön anzusehen, wie liebevoll sie miteinander umgehen, wie sie spielen und buddhistische Schriften lernen, worauf der kleine Junge nicht immer Lust hat. Leider kommt in alle den Jahren niemand aus seinem ehemaligen Kloster, um ihn dorthin zu holen. Was nicht wirklich verwunderlich ist, angesichts der chinesischen Tibetpolitik, aber ungünstig für einen Rinpoche ohne Kloster. Irgendwann machen sich Lehrer und Schüler zu Fuß auf den Weg nach Tibet.

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Woher wir Brasilianer kommen…

hat die Regisseurin Daniela Thomas (die einiges an Film- und Theater-Erfahrung mitbringt nicht zuletzt von der Olympiade-Eröffnung 2016) ihren ersten allein verantworteten Spielfilm Vazante beschrieben vor der Weltpremiere (im immer wieder tollen Saal 1 des Zoo-Palast). Wir sehen einen Film in der Vieltönigkeit digitalen Schwarzweiss‘, mit grandiosen Einstellungen und Landschaftsaufnahmen. Ein hochspannendes Kammerspiel entfaltet sich in der Einsamkeit der Bergwelt von Minas Gerais, einem bedeutenden Bergbaustandort (die Bevölkerungsdichte der Hauptstadt Belo Horizonte ist (heute) fast doppelt so hoch wie in Berlin). Irgendwo (irgendwann) wird im Film erwähnt, dass wir das Jahr 1821 haben, kurz vor der Unabhängigkeitserklärung von Portugal. (mehr …)

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1945

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1945 von Ferenc Török spielt im August 1945. Im Radio wird in den Nachrichten über den Abwurf der zweiten Atombombe auf Japan berichtet. Der Bürgermeister und Drogeriebesitzer rasiert sich (warum müssen sich im Film eigentlich immer alle schneiden, wenn sie sich mit einem Rasiermesser rasieren?). Ein Zug kommt an, zwei Männer steigen aus – Juden, Holocaustüberlebende, ein alter und ein junger Mann in Schwarz – der Stationsvorsteher weiß sofort Bescheid: „Sie sind wieder da.“ Aber was wollen sie? (mehr …)

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