Berlinaleblog

67. Berlinale, 9.-19. Februar 2017

25. Februar 2017
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Persönliche Bärenbilanz 2017

So richtig eindeutige Bären sind wie immer schwer zu vergeben. Aber eine allgemeine Bärenbilanz sollte zu schaffen sein:

Lieblingsfilm: Close-Knit (Karera ga Honki de Amu toki wa). Und Honeygiver Among the Dogs. So, jetzt sind es doch zwei.

Lustigster Film: Headbang Lullaby – es gab nicht viele lustige Filme, oder ich habe nicht viele erwischt. Dieser war sehr lustig und sehr schräg.  Weiterlesen →

25. Februar 2017
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Karera ga Honki de Amu toki wa – Close-Knit

Naoko Ogigami ist wieder mit einem Film auf der Berlinale, da ist sofort klar, der muss ins Programm. Unvergessen ist das wunderbare Verb „zwielichten“ aus Megane oder der Katzenverleih gegen Löcher in Herzen in Rentaneko. Jetzt also Karera ga Honki de Amu toki wa – Close-Knit im Cross-Section-Programm von Panorama und Generation 14plus.

Tomos alleinerziehende Mutter ist weg – offensichtlich nicht zum ersten Mal. Tomo geht zu ihrem Onkel Makio, der neuerdings mit Rinko zusammenlebt. Rinko ist eine schöne Transfrau, die sich gleich ganz fürsorglich um Tomo kümmert – das ist die so gar nicht gewöhnt. Tomo, Makio und Rinko entwickeln einen Alltag, machen Ausflüge und wachsen beinahe zur Kleinfamilie zusammen. Es kommen weiter vor: unfassbar niedliche Bentoboxen, eine verständnisvoll-kämpferische und eine ignorante Mutter, eine Spülmittelattacke, Stricken um große Wut abzureagieren, gestrickte Brüste und eine Zeremonie mit 108 wollenen Strickpimmeln.

Der Film ist lustig und traurig und sehr was fürs Herz. Ein sehr schöner gelungener Saisonabschluss.

19. Februar 2017
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Mr. Long – SABU im Wettbewerb

Mr. Long ist ein – wie am Anfang zu sehen, sehr erfolgreicher – taiwanesischer Profikiller, der einen Auftrag in Japan erledigen soll. Das geht schief, er entkommt verletzt und landet in einer trostlosen Gegend. Ein kleiner Junge bringt ihm Verbandszeug, Klamotten und ein bisschen Gemüse. Mr. Long sucht sich einen Wasserhahn und einen ollen Suppentopf und kocht Suppe. Als er die Junkiemutter des Kleinen trifft, bekommt die erstmal einen Zwangsentzug und anschließend was Vernünftiges zu essen verpasst. Als die Nachbarn mitbekommen, dass er kochen kann, bauen sie ihm einen Imbisswagen und Mr. Long macht vorläufig in Nudelsuppe. Dass die Idylle so nicht bleiben kann, ist klar…

Handwerk: sehr gut, Handlung: auch in Ordnung, Figuren: hmm – das ist ein Jungsfilm. Sehr cooler Held, aber die Frau ist nur hübsch und sehr niedlich, aber ein klassisches Opfer ohne Persönlichkeit, ohne Profil. Das nervt. Nebenfiguren: prima, Soundtrack: äußerst konventionell. Ich weiß auch nicht, von SABU, „Genius director from Japan“ hätte ich irgendwie mehr erwartet.

19. Februar 2017
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Honeygiver Among the Dogs – Bhutankrimi

Honeygiver Among the Dogs fiel mir im Programm sofort auf: der erste bhutanische Spielfilm*, und dann noch ein Krimi. Das ging wohl vielen so, denn der Film war im Online-Vorverkauf immer nach Sekunden weg, so dass es schien, als wäre das der begehrteste Film des Festivals.

Dechen Roder erzählt die Geschichte aus Sicht des jungen Polizisten Kinley, der in einem Dorf in Bumthang das Verschwinden der Äbtissin eines Nonnenklosters aufklären soll. Jemand will gesehen haben, dass sie von einer Felswand gestoßen wurde, und beschuldigt Choden, die schöne Fremde, die im Dorf nicht dazu gehört, die mit Männern flirten soll und eine Dämonin sei. Kinley soll undercover ermitteln und Choden folgen.  Weiterlesen →

19. Februar 2017
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Für die Katz

Heute war ich von 14 bis 18 Uhr im Cinemaxx – nicht sooo lang, aber immerhin genug Zeit, um sich einen Langfilm* und fünf Kurzfilme** anzuschauen.

Und was soll ich sagen: von den allen war genau einer gut – und der hat fünf Minuten gedauert.

Ansonsten nur Belanglosigkeiten und teilweise richtiger prätentiöser Mist.

Das ist bitter. Gottseidank gibts morgen noch Frau Ogigami, und danach noch Maman Colonelle, der hat nämlich den Leserpreis des Tagesspiegels bekommen

* Langfilm: „Erlkönig“ aus Polen (Generation): kunschtig bis zum Augenrollen. Rausgegangen.

**Kurzfilme: Wettbewerb / Forum Expanded. Gut war der Film, der eine quietschbunte Wohngegend in Doha zeigt, die Venig imitiert.

18. Februar 2017
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Hao ji le – Have a Nice Day

Hao ji le ist eigentlich ein Superlativ, sowas wie „supergeil“. Klar, dass das ironisch gemeint ist. Wer Comics mag und Hongkong-Triaden-Filme, mag vielleicht auch diesen Animationsfilm von Liu Jian. Alle sind hinter einer Tasche mit einer Million Yuan her. Xiao Zhang hat sie geklaut, weil die Schönheitsoperation seiner Verlobten daneben gegangen ist, und das in Korea angeblich besser gemacht wird – aber auch etwas teurer ist.   Weiterlesen →

18. Februar 2017
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One Thousand Ropes

One Thousand Ropes beginnt mit einer Geburt. Die Mutter weint, schaut das Kind gar nicht an. Ein älterer Mann ist dabei, er reicht ihr das Kind. Die Mutter will die Plazenta nicht haben, da vergräbt der Mann sie unter einem Zitronenbaum. Er sammelt ein paar Zitronen auf. Es ist Maea, der Geburtshelfer ist, täglich Schwangeren die runden Bäuche mit Zitronensaft massiert und außerdem in einer Bäckerei frühmorgens den Teig knetet. Der Chefin ist das immer zu spät, drum schafft sie eine Teigknetmaschine an. In einer Ecke seiner Wohnung sitzt ein Geist, eine Frau, Seipua, die anfangs noch sehr zombiehaft aussieht, ganz still sitzt und sich vertreiben lässt, im Laufe des Films aber lebendiger, jünger und böser wird.  Weiterlesen →

17. Februar 2017
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Headbang Lullaby

Einige Minuten nach Filmbeginn fragt mich der Nachbar, ob das wohl ein komischer Film werde – ich bin sicher, denn wenn der Protagonist im marokkanischen Fußballnationaltrikot auf einem albernen Aufblassofa sitzt, das er vor seinem eigentlichen Polstersofa aufgestellt hat, sieht das so beknackt aus, der Film muss einfach komisch werden.

Headbang Lullaby von Hicham Lasri ist bunt, wild und sehr lustig.

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